Deutsche Tageszeitung - EU-Verteidigungskommissar fordert genauere Infos über künftigen Nato-Beitrag der USA

EU-Verteidigungskommissar fordert genauere Infos über künftigen Nato-Beitrag der USA


EU-Verteidigungskommissar fordert genauere Infos über künftigen Nato-Beitrag der USA
EU-Verteidigungskommissar fordert genauere Infos über künftigen Nato-Beitrag der USA / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag in Brüssel hat EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius von der US-Regierung mehr Informationen über ihre künftige Rolle in dem transatlantischen Bündnis gefordert. "Wir brauchen mehr Klarheit über Ausmaß und Tempo, in dem die Amerikaner ihre Ressourcen weg von Europa verlagern wollen", sagte Kubilius dem "Spiegel".

Textgröße ändern:

Die EU-Länder müssten nun offen "mit unseren US-amerikanischen Partnern reden. Ihnen sagen, dass es nicht zu ihrem Vorteil wäre, wenn sie den europäischen Pfeiler der Allianz schwächen", sagte der EU-Verteidigungskommissar.

Er sieht auch die Europäer in der Pflicht. Diese müssten "innerhalb der EU und auch der Nato klären, wie wir die Fähigkeiten der Amerikaner ersetzen wollen". Da die USA ihre Aufmerksamkeit auf den Pazifik-Raum verlagerten, müssten die Europäer "nun einmal mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen".

Wwiter mahnte Kubilius, um Russland wirksam abschrecken zu können, sei es wichtig, "dass wir unsere Kräfte bündeln". Die Europäer müssten "die Lücken füllen, die von den USA hinterlassen werden".

An dem Nato-Treffen, das am Donnerstagmorgen in Brüssel beginnt, nimmt auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teil.

Washington hatte die Verbündeten Ende Mai informiert, in welchem Umfang die USA ihren Beitrag zum sogenannten Nato Force Model zurückfahren werden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte am Mittwoch, die Allianz habe sich in der Vergangenheit diesbezüglich zu sehr auf die USA verlassen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Für Zukunft von Premier Starmer entscheidende Nachwahl in England begonnen

In Großbritannien hat am Donnerstag eine Nachwahl zum Unterhaus begonnen, die Folgen für die Zukunft von Premierminister Keir Starmer haben könnte. Bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield im Nordwesten Englands tritt Starmers parteiinterner Kontrahent Andy Burnham an, der bislang Bürgermeister von Manchester ist. Mit einem Wahlsieg will Burnham die Voraussetzung dafür schaffen, für die Nachfolge Starmers zu kandidieren. Gemäß den Partei-Regeln kann er dies nur, wenn er einen Sitz im Unterhaus hat.

Hegseth: Einige Nato-Verbündete müssen bei Verteidigungsausgaben "mehr tun"

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat alle Nato-Verbündeten aufgefordert, die verabredeten Ziele für die Verteidigungsausgaben zu erreichen. Viele Länder setzten die beim Nato-Gipfel in Den Haag beschlossenen Verpflichtungen um, sagte Hegseth vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag. "Einige müssen noch mehr tun und wir werden darüber offen sprechen", fügte er hinzu.

Rahmenabkommen für Ende des Iran-Kriegs unterzeichnet - Straße von Hormus soll nun öffnen

Nach zähen Verhandlungen haben die Präsidenten der USA und des Iran nun das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet. US-Präsident Donald Trump unterschrieb die Vereinbarung überraschend am Mittwochabend im Schloss Versailles, wie er anschließend selbst verkündete. Der Iran bestätigte die separate Unterschrift von Präsident Massud Peseschkian. Nach Angaben des Vermittlers Pakistan soll die Straße von Hormus nun sofort für den Schiffsverkehr geöffnet werden.

US-Notenbank lässt Leitzins auch unter Trump-nahem Fed-Chef Warsh unverändert

Auch unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh lässt die US-Notenbank den Leitzins vorerst unverändert. Er bleibt in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach ihrer ersten Sitzung unter Warshs Leitung mitteilte. Präsident Donald Trump hatte den 56-Jährigen in der Erwartung nominiert, dass Warsh den Leitzins deutlich senkt und damit Kredite verbilligt. Die nun getroffene Zinsentscheidung bezeichnete Trump jedoch als "okay".

Textgröße ändern: