Deutsche Tageszeitung - Größter ukrainischer Drohenangriff auf Moskau seit Jahren - Ölraffinerie getroffen

Größter ukrainischer Drohenangriff auf Moskau seit Jahren - Ölraffinerie getroffen


Größter ukrainischer Drohenangriff auf Moskau seit Jahren - Ölraffinerie getroffen

Die Ukraine hat am Donnerstag den größten Drohnenangriff auf Moskau seit Jahren ausgeführt und dabei auch eine wichtige Ölraffinerie getroffen. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von riesigen schwarzen Rauchsäulen über der russischen Hauptstadt. Bewohner mussten evakuiert und alle Moskauer Flughäfen zeitweise geschlossen werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Angriffe eine "völlig gerechtfertigte Antwort" auf russische Attacken auf die Ukraine.

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Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einem "Großangriff". Im Onlinedienst Telegram räumte er mit Blick auf die Ölraffinerie ein: "Mehrere Drohnen haben es geschafft, (die Raffinerie) MNPZ zu treffen." Ihm zufolge wurden die Straßen in der Nähe der Anlage gesperrt. Er machte keine weiteren Angaben zu möglichen Schäden.

Nach der Drohnenattacke auf den Komplex zur Ölverarbeitung im südlichen Bezirk Kapotnija berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP von Rauch und einem unangenehmen Geruch über dem Süden Moskaus. In der Anlage war Feuer zu sehen. Staatliche Medien zeigten auf Geheiß der russischen Behörden zunächst keine Bilder der Attacken. Den Angaben auf der Internetseite zufolge deckt die Raffinerie mehr als ein Drittel des Treibstoffbedarfs der russischen Hauptstadt ab.

Beeinträchtigt war auch der Flugverkehr. So gab der größte Moskauer Flughafen Scheremetjewo bekannt, Passagiere zwischenzeitlich an einen "sicheren Ort" gebracht zu haben. Gegen 11.00 Uhr (Ortszeit, 9.00 Uhr MESZ) sei der Flugverkehr wieder aufgenommen worden. Auch die anderen Moskauer Flughäfen waren stundenlang gesperrt, was zu hunderten Verspätungen führte.

Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, informierte unterdessen über einen Drohneneinschlag in einem Wohnhaus in dem südlich von Moskau gelegenen Distrikt Schukowski. Außerdem hätten die Trümmer einer Drohne ein Feuer in einem Einkaufszentrum in einem Vorort von Moskau ausgelöst.

Der Nachrichtenagentur Tass zufolge waren die Angriffe auf Moskau die größten seit mindestens zwei Jahren. Während Bürgermeister Sobjanin die Zahl der von der Moskauer Luftverteidigung abgewehrten ukrainischen Drohnen mit 180 angab, teilte das russische Verteidigungsministerium mit, in der Nacht zu Donnerstag seien landesweit mehr als 500 Drohnen zerstört worden. In der südrussischen Region Rostow wurden ein Mensch getötet und mindestens zwei durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt, wie die Behörden vor Ort mitteilten.

Selenskyj nannte die Angriffe in Onlinediensten eine "völlig gerechtfertigte Antwort" auf russische Angriffe auf die Ukraine. Zuletzt hatte eine russische Attacke auf die weltberühmte Höhlenkloster-Anlage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew in der Nacht zu Montag große Zerstörungen an der Unesco-Welterbestätte verursacht.

Die ukrainischen Drohnenangriffe seien "Langstrecken-Sanktionen", bekräftigte Selenskyj. Nun sei es an der Zeit, den Krieg zu beenden, wofür Russland die nötigen diplomatischen Schritte unternehmen müsse. Die Russen müssten anfangen zu spüren, dass "ein Mann, Putin, diesen Krieg führt", sagte er am Donnerstag gegenüber Reportern mit Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Attacken auf Moskau erfolgten wenige Stunden vor Beginn eines Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der südostasiatischen Asean-Staaten in Kasan, das etwa 700 Kilometer östlich von Moskau liegt. Gastgeber war Putin. In seiner Eröffnungsrede erwähnte er die Angriffe mit keinem Wort.

Die Ukraine hatte ähnliche Angriffe Anfang des Monats auf St. Petersburg ausgeführt, als dort ein internationales Wirtschaftsforum stattfand. Damals hatte Putin versprochen, die russische Luftabwehr zu stärken.

Auch die Ukraine wurde in der Nacht wieder zum Ziel russischer Angriffe. Die Luftwaffe gab die Zahl der russischen Drohnen mit 239 und die der Raketen mit sieben an.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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