Deutsche Tageszeitung - Israels Armee will trotz US-iranischem Rahmenabkommen weiter im Libanon operieren

Israels Armee will trotz US-iranischem Rahmenabkommen weiter im Libanon operieren


Israels Armee will trotz US-iranischem Rahmenabkommen weiter im Libanon operieren
Israels Armee will trotz US-iranischem Rahmenabkommen weiter im Libanon operieren / Foto: © AFP

Ungeachtet des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Iran-Kriegs hat Israel weitere militärische Aktivitäten im Libanon angekündigt - obwohl dieser in der Vereinbarung ausdrücklich erwähnt wird. Die israelische Armee veröffentlichte am Donnerstag eine Karte mit der von ihr definierten "Sicherheitszone", die etwa zehn Kilometer weit auf libanesisches Gebiet reicht. Dort würden weiterhin Truppen eingesetzt, um "Bedrohungen zu beseitigen und die Verteidigung der nördlichen Bewohner Israels zu stärken".

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Ein israelischer Armeesprecher erklärte später, die Armee werde auch Bedrohungen für israelische Soldaten und Zivilisten beseitigen, "die jenseits der Sicherheitszone identifiziert werden." Libanesischen Angaben vom Donnerstag zufolge wurden bei israelischen Drohnenangriffen drei Menschen getötet. Die israelische Armee gab unterdessen den Tod eines Soldaten bei Kämpfen am Mittwoch im Süden des Libanon bekannt. Sieben weitere Soldaten seien verletzt worden.

US-Präsident Donald Trump und sein iranischer Kollege Massud Peseschkian hatten am Mittwoch ein nach zähen Verhandlungen ausgearbeitetes Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs unterschrieben. Darin erklären beide Seiten "eine unverzügliche und dauerhafte Beendigung militärischer Aktivitäten an allen Fronten, einschließlich im Libanon".

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die pro-iranische Hisbollah immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel flog seinerseits Luftangriffe auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen weit im Süden des Landes vor.

Seit der Einigung auf das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran am Sonntag war die Gewalt im Libanon deutlich zurückgegangen. Israel reagierte zunächst nicht auf die Unterzeichnung der Vereinbarung. Hisbollah-Chef Naim Kassem bezeichnete das Rahmenabkommen am Mittwochabend als "großen Sieg" für Teheran und erklärte mit Blick auf Israel, seine Miliz habe "das Recht, sich zu verteidigen".

Israel und der Libanon unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Der Iran-Krieg hatte die Spannungen noch verschärft. Beide Seiten sind aber um eine Friedenslösung bemüht und verhandeln seit April unter Vermittlung der USA direkt miteinander.

Zuletzt war es Anfang Juni zu Gesprächen auf Botschafterebene in Washington gekommen, bei der sich beide Seiten auf die "Umsetzung einer Waffenruhe" einigten. Es sollten dabei bestimmte "Pilotzonen" unter "exklusiver Kontrolle" der libanesischen Armee geschaffen werden. Am Donnerstag kündigte ein israelischer Armeesprecher eine neue Runde in der kommenden Woche an.

(L.Møller--DTZ)

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