Deutsche Tageszeitung - Starmer unter Druck: Labour-interner Rivale Burnham gewinnt richtungsweisende Nachwahl

Starmer unter Druck: Labour-interner Rivale Burnham gewinnt richtungsweisende Nachwahl


Starmer unter Druck: Labour-interner Rivale Burnham gewinnt richtungsweisende Nachwahl
Starmer unter Druck: Labour-interner Rivale Burnham gewinnt richtungsweisende Nachwahl / Foto: © AFP

Bei der richtungsweisenden Nachwahl im nordenglischen Wahlkreis Makerfield hat der Labour-interne Konkurrent von Premierminister Keir Starmer, Andy Burnham, klar gewonnen. Laut dem am frühen Freitagmorgen veröffentlichten Wahlergebnis erzielte Burnham knapp 55 Prozent der Stimmen, besiegte damit seinen stärksten Rivalen Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Partei Reform UK deutlich und sicherte sich einen Platz im britischen Unterhaus. Vor der Wahl hatte Burnham angekündigt, im Falle seines Sieges den Labour-Parteichef und Premierminister Starmer herausfordern zu wollen.

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Sein Sieg sei "eine letzte Chance auf Veränderung" für die Labour-Partei, sagte Burnham in seiner Siegesrede. Wählerinnen und Wähler hätten ihm dies während des Wahlkampfs an hunderten Haustüren persönlich gesagt. "Wir müssen darauf hören, wir müssen entsprechend handeln, und wir müssen es richtig machen", betonte der 56-Jährige.

Der derzeitige Bürgermeister von Manchester wird im Gegensatz zu Starmer dem linken Flügel der Labour-Partei zugerechnet. So hat für den Großraum Manchester mit 2,8 Millionen Einwohnern für einen Ausbau des Nahverkehrs gesorgt. Zu den Prioritäten des Politikers, der sich selbst als Vertreter eines "wirtschaftsfreundlichen Sozialismus'" beschreibt, gehörten darüber hinaus der Wohnungsbau und die Gesundheitsversorgung.

Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte zuletzt mit mehreren Affären und einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Während seine Umfragewerte abgestürzt sind, gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens.

Um Starmer herausfordern zu können, benötigt ein Kandidat einen Sitz im Unterhaus. Den hatte Burnham zwischen 2001 und 2017 inne, bevor er im Mai 2017 zum ersten Mal zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt worden war.

Mit dem Rücktritt des ehemaligen Labour-Abgeordneten Josh Simons in Makerfield eröffnete sich die Chance für eine Nachwahl, damit Burnham versuchen konnte, sich einen Sitz im Unterhaus zu sichern. Mit dem beispiellosen Schritt rückte der bislang wenig bekannte Wahlkreis Makerfield ins Rampenlicht und verschaffte den rund 77.000 Wählerinnen und Wählern einen überproportional großen Einfluss auf Starmers politische Zukunft.

Bei dem nun anstehenden Einzug ins Parlament könnte Burnham Beobachtern zufolge ohne Probleme auf die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten kommen, die für ein Duell mit Starmer nötig wären. Es wäre bereits der dritte Versuch Burnhams, sich um einen Labour-Vorsitz zu bewerben. 2010 und 2015 scheiterte er, doch jetzt gilt er als Favorit, Starmer an der Parteispitze und in Downing Street abzulösen.

Burnham kann langjährige Erfahrung in der nationalen und regionalen Politik vorweisen. 2001 wurde er zum ersten Mal ins Unterhaus gewählt, in der Regierung von Tony Blair war er Staatssekretär im Innenministerium. Premier Gordon Brown ernannte ihn zum Staatssekretär im Finanzministerium, später zum Kultur- und danach zum Gesundheitsminister.

(L.Møller--DTZ)

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