Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung erklärt Rücknahme von Akw-Atommüll aus dem Ausland für beendet

Bundesregierung erklärt Rücknahme von Akw-Atommüll aus dem Ausland für beendet


Bundesregierung erklärt Rücknahme von Akw-Atommüll aus dem Ausland für beendet
Bundesregierung erklärt Rücknahme von Akw-Atommüll aus dem Ausland für beendet / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesregierung hat die Rücknahme von Atomabfällen aus der Wiederaufarbeitung im Ausland nach rund 30 Jahren für beendet erklärt. Damit "ziehen wir einen Schlussstrich unter das Kapitel Wiederaufarbeitung in Deutschland", erklärte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Freitag am Standort des früheren Atomkraftwerks Brokdorf. "Das Thema hat unser Land fast ein halbes Jahrhundert beschäftigt und über eine lange Zeit gesellschaftlich gespalten."

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Am Mittwochabend waren die letzten sieben Castorbehälter mit Atommüll aus dem britischen Sellafield in Brokdorf eingetroffen. Die abgebrannten Brennelemente waren vor Jahrzehnten aus Deutschland nach Sellafield und vor allem ins französische La Hague gebracht worden. Zunächst sollten daraus neue Brennelemente hergestellt werden, nach dem deutschen Atomausstiegs-Beschluss 2002 wurde dieses Vorhaben jedoch aufgegeben. Deutschland hatte sich jedoch stets zur Rücknahme des Atommülls bekannt.

"Die Wiederaufarbeitung hat für Deutschland nie wirklich funktioniert und strahlender Müll ist trotzdem übriggeblieben", sagte nun Flasbarth. "Dafür übernehmen wir jetzt die Verantwortung." An dem Termin in Brokdorf nahm auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) teil. Der Rücktransport deutscher Atomabfälle aus Frankreich war bereits mit dem letzten Transport von vier Behältern aus La Hague nach Philippsburg im November 2024 abgeschlossen worden.

Insgesamt wurden laut Bundesumweltministerium von 1973 bis 2005 6670 Tonnen bestrahlte Brennelemente aus deutschen Akw zu den beiden Wiederaufarbeitungsanlagen gebracht. Davon gingen 5359 Tonnen ins französische La Hague und 851 Tonnen ins britische Sellafield.

Mit dem aktuellen Transport nach Brokdorf sind nun alle der hochradioaktiven Atomabfälle zurück in Deutschland, wie das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) am Freitag mitteilte. "Deutschland hat seine vertraglichen Verpflichtungen nach der Wiederaufarbeitung im Ausland erfüllt – die Abfälle sind nunmehr gemäß dem Verursacherprinzip dort, wo sie entstanden sind", erklärte Base-Präsident Christian Kühn. Die Behörde ist seit 2016 für Transport und Zwischenlagerung des Atommülls verantwortlich.

(G.Khurtin--DTZ)

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