Deutsche Tageszeitung - Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat Nebeneinkünfte

Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat Nebeneinkünfte


Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat Nebeneinkünfte
Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat Nebeneinkünfte / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten verdient noch zusätzlich Geld durch Nebeneinkünfte oder erhält geldwerte Vorteile. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Auswertung der Organisation Abgeordnetenwatch und des Magazins "Spiegel". 232 der aktuell 630 Abgeordneten haben demnach seit Beginn der Legislaturperiode im März 2025 Nebeneinkünfte angegeben. Insgesamt waren dies bis heute rund 10,6 Millionen Euro.

Textgröße ändern:

Auf Platz eins liegt die Grünen-Politikerin Ophelia Nick mit Einkünften von rund 2,7 Millionen Euro aus Unternehmensbeteiligungen – unter anderem als Erbin und Gesellschafterin des Technologiekonzerns Voith. Damit liegt sie der Auswertung zufolge deutlich vor allen anderen Abgeordneten.

Platz zwei belegt der CSU-Parlamentarier Alexander Engelhard mit 1,5 Millionen Euro. Fast die gesamte Summe stammt den Angaben zufolge aus seiner Tätigkeit als Betreiber einer Bio-Getreidemühle. Auf dem dritten Platz folgt der AfD-Politiker Sebastian Maack mit 439.000 Euro Mieteinnahmen.

Insgesamt haben Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion am häufigsten weitere Einnahmequellen. Dort verdient demnach jede und jeder zweite Abgeordnete neben dem Bundestagsmandat zusätzlich Geld. Keine andere Fraktion weise einen so hohen Anteil auf, erklärten Abgeordnetenwatch und der "Spiegel". Die insgesamt gemeldeten Einkünfte reichen laut Auswertung von Gewinnausschüttungen und Mieteinnahmen über Anwalts- und Beratungstätigkeiten bis hin zu Aufsichtsratsmandaten und Vorträgen.

Bundestagsabgeordnete erhalten derzeit monatliche Diäten in Höhe von 11.833 Euro. Daneben dürfen sie unbegrenzt hinzuverdienen. Einkünfte müssen aber der Bundestagspräsidentin angezeigt werden, sofern sie mehr als 1000 Euro im Monat oder mehr als 3000 Euro im Kalenderjahr betragen. Externe Summen dürfen zudem nicht als Gegenleistung für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten angenommen werden, auch muss das Mandat im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Steinmeier drängt in Peking auf ausgeglichene Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einem Besuch in Peking auf ausgeglichene Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland gedrängt. "Das Prinzip des Win-Win, das unsere Wirtschaftsbeziehungen ausgezeichnet hat", sagte Steinmeier am Freitag in Peking, "das wollen wir wahren". Der Bundespräsident betonte außerdem die "dichten, hochdynamischen" Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern - gerade diese "müssen wir natürlich immer wieder überprüfen und immer wieder anfassen".

Trump sagt zwei seiner letzten Wahlkampfauftritte vor den Zwischenwahlen ab

US-Präsident Donald Trump hat auf zwei Wahlkampfauftritte vor den Zwischenwahlen zum Kongress verzichtet. Trump sage zwei seiner letzten Wahlkampfveranstaltungen vor den Midterms ab, teilte seine Republikanische Partei am Donnerstag (Ortszeit) mit. Anstelle der Veranstaltungen in Kansas und Iowa werde der Präsident eine "große Anzahl" virtueller "Telerallyes" in zahlreichen Bundesstaaten abhalten. Trumps letzte Wahlkampfveranstaltung soll nun am Freitag in Florida stattfinden.

Angespannte Lieferketten: Friedrich Merz wirbt in Südkorea um verlässliche Partner

Südkorea und Deutschland sollen sich laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gemeinsam für die Entwicklung von Zukunftstechnologien und den Schutz kritischer Lieferketten einsetzen. Dies teilte Merz am Freitag zur Eröffnung der 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Seoul mit. Gemeinsam stünden die beiden Staaten einer autokratischen Machtpolitik sowie der Verletzung internationalen Völkerrechts entgegen. Die dynamische geopolitische Lage lasse gleichgesinnten Staaten die Möglichkeit, näher zusammenzurücken und widerstandsfähige Partnerschaften zu bilden.

Frankreich: "Gelbwesten" rufen zu Kochtopf-Protest auf

Die französische Protestbewegung der sogenannten Gelbwesten hat für Freitag zu einer Aktion "zur Verteidigung der öffentlichen Freiheiten" in Form von Kochtopflärm aufgerufen. Die Teilnehmer sind aufgerufen, ab 18.00 Uhr mit Topfdeckeln und Kochtöpfen Lärm vor der Nationalversammlung in Paris zu machen. Die Regierung sperre die Innenstädte für Demonstrationen, deshalb sollten nun "unter den Fenstern der Abgeordneten die Kochtöpfe erklingen", erklärte die Bewegung. Geplant sei außerdem eine Schweigeminute für die "Opfer der Polizei und der extremen Rechten".

Textgröße ändern: