Deutsche Tageszeitung - Teheran wirft der Nato eine "Mitschuld" im Iran-Krieg vor

Teheran wirft der Nato eine "Mitschuld" im Iran-Krieg vor


Teheran wirft der Nato eine "Mitschuld" im Iran-Krieg vor
Teheran wirft der Nato eine "Mitschuld" im Iran-Krieg vor / Foto: © AFP

Teheran hat der Nato eine "Mitschuld" im US-israelischen Krieg gegen den Iran vorgeworfen. Nachdem Nato-Generalsekretär Mark Rutte in einem Interview die Unterstützung des Bündnisses für die USA in dem Konflikt hervorgehoben hatte, verurteilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, dies am Donnerstag im Onlinedienst X als ein "eindeutiges und vernichtendes Eingeständnis der aktiven Mitschuld der Nato an einem rechtswidrigen Angriffskrieg gegen einen souveränen UN-Mitgliedstaat." US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor bei einem Treffen mit Rutte in Washington über mangelnde Unterstützung der Bündnispartner beklagt.

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Rutte sagte nach dem Treffen mit Trump am Mittwoch im US-Sender Fox News, hunderte US-Flugzeuge seien während des Krieges von Luftwaffenstützpunkten in Italien gestartet, und Rumänien habe den zivilen Luftverkehr eingeschränkt, um Flugplätze zum Auftanken zu nutzen. Er sprach von bis zu 5000 Starts von US-Flugzeugen aus Europa während des Konflikts. "Land auf Land, Verbündeter auf Verbündeter haben ihre Stützpunkte für 'Epischer Zorn' zur Verfügung gestellt", sagte Rutte mit Bezug auf die US-Bezeichnung für den Militäreinsatz gegen den Iran.

Irans Außenamtssprecher Bakaei forderte, dass Italien und Rumänien, "wie auch alle anderen europäischen Länder, die der amerikanisch-israelischen Aggression gegen den Iran Unterstützung geleistet haben, ihrer Bevölkerung und der ganzen Welt erklären" müssten, warum sie sich für eine "Mitschuld" entschieden hätten an "diesem eklatanten Akt der Aggression und der massenhaften Verübung von Gräueltaten gegen das iranische Volk".

Italien wies Ruttes Aussagen indes zurück. Laut dem Verteidigungsministerium in Rom vermittelten sie "eine völlig irreführende Botschaft". Italien habe im Einklang mit bestehenden Vereinbarungen mit den USA lediglich "technische und logistische" US-Flüge genehmigt, aber keine Kampfeinsätze.

Das Verhältnis zwischen den USA und den anderen Nato-Verbündeten ist seit längerem angespannt. Trump hatte Länder wie Italien und Deutschland dafür kritisiert, die USA im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben - und drohte wiederholt damit, sie im Ernstfall nicht zu verteidigen. Der als "Trump-Flüsterer" bekannte Rutte war in Washington darauf bedacht, die Wogen vor dem bevorstehenden Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara zu glätten.

(M.Dorokhin--DTZ)

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