Deutsche Tageszeitung - Hisbollah-Anhänger protestieren in Beirut gegen Libanon-Israel-Abkommen

Hisbollah-Anhänger protestieren in Beirut gegen Libanon-Israel-Abkommen


Hisbollah-Anhänger protestieren in Beirut gegen Libanon-Israel-Abkommen
Hisbollah-Anhänger protestieren in Beirut gegen Libanon-Israel-Abkommen / Foto: © AFP

Anhänger der Hisbollah haben in Beirut gegen das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon protestiert. Unterstützer der vom Iran unterstützten Miliz seien am späten Freitagabend auf Motorrädern durch Straßen der libanesischen Hauptstadt gefahren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Der Protest richtete sich demnach gegen das in Washington verkündete Abkommen.

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Ein AFP-Korrespondent sah Menschen auf Motorrädern, die auf einer Straße Parolen riefen. Zudem richtete die libanesische Armee vorübergehend Kontrollpunkte in mehreren Straßen der Hauptstadt ein. In örtlichen Medien und Online-Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigten hunderte Hisbollah-Anhänger auf Motorrädern und Mopeds zunächst in den südlichen Vororten Beiruts, die als Hochburg der vom Iran unterstützten Miliz gelten. Anschließend fuhren sie in Richtung Stadtzentrum.

Einige Demonstranten versammelten sich demnach nahe dem Sitz der Regierung und blockierten eine wichtige Straße in der Nähe. Weitere Aufnahmen zeigten Soldaten, die Hisbollah-Anhänger von der Straße zum Flughafen vertrieben, nachdem diese dort mit brennenden Reifen eine Blockade errichtet hatten. Die Armee öffnete die Straße anschließend wieder.

Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah warnte, die libanesischen Behörden könnten das in Washington unterzeichnete Abkommen nur umsetzen, wenn sie sich mit Unterstützung der USA auf einen "Bürgerkrieg" einließen. "Ohne den Widerstand" werde "nichts durchgehen", sagte Fadlallah.

Israel, der Libanon und die USA hatten am Freitag in Washington ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für ein Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon ebnen soll.

Die Hisbollah war nicht an den Gesprächen beteiligt und lehnt direkte Gespräche zwischen beiden Ländern ab. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, das Abkommen schaffe ein "klares und strukturiertes Verfahren" zur Entwaffnung der Hisbollah und ihrer Infrastruktur. Israel macht eine Entwaffnung der Hisbollah zur Voraussetzung für den Rückzug seiner Kräfte aus dem Süden des Libanon.

(M.Travkina--DTZ)

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