Deutsche Tageszeitung - Dutzende Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan

Dutzende Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan


Dutzende Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan
Dutzende Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan / Foto: © AFP

Pakistan hat in der Nacht zum Montag Luftangriffe auf Ziele im Osten Afghanistans geflogen und dabei nach eigenen Angaben 25 Kämpfer getötet. Die afghanische Taliban-Regierung erklärte dagegen, bei den Angriffen seien 36 Zivilisten getötet worden, unter ihnen auch Frauen und Kinder. 163 weitere Menschen seien verletzt worden, schrieb der stellvertretende Regierungssprecher Hamdullah Fitrat im Onlinedienst X.

Textgröße ändern:

Der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar erklärte, bei den "Präzisionsangriffen" seien drei Ziele in den Provinzen Paktia, Paktika und Kunar zerstört worden. Die Offensive umfasse auch Einsätze am Boden in Grenzgebieten und richte sich gegen die militante Gruppe Jamaat-ul-Ahrar, die häufig mit den pakistanischen Taliban, der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP), in Verbindung gebracht wird.

Die Angriffe seien eine Reaktion auf einen Anschlag am Samstag, bei dem in der Stadt Karatschi drei Paramilitärs getötet worden seien, sowie auf Gewalt in den Grenzregionen, sagte der Minister.

Der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid verurteilte die pakistanischen Angriffe und bezeichnete sie als "feigen Akt der Aggression". Sein Stellvertreter Fitrat ergänzte, in Paktia sei ein Dorf nach einem ersten Angriff erneut bombardiert worden, als sich Dorfbewohner für Rettungsmaßnahmen versammelt hätten.

Der Konflikt zwischen den beiden Nachbarländern war Ende Februar eskaliert. Pakistan führt seither immer wieder Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan aus. Die Regierung in Islamabad beschuldigt die in Kabul herrschenden, radikalislamischen Taliban, bewaffneten extremistischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren, die Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Nach Auszählung aller Stimmen: Netanjahu-Block bei Israel-Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Drei Tage nach der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die meisten Stimmen errungen, verfehlt aber klar die für die Regierungsbildung erforderliche Mehrheit. Laut dem in der Nacht zu Freitag von der israelischen Wahlkommission veröffentlichten offiziellen Ergebnis bleibt Netanjahus Likud-Partei mit 27 Abgeordneten stärkste Partei, sein Bündnis kommt nach Auszählung aller Stimmen auf 53 Sitze.

Erneute Proteste am Samstag: Frankreich mobilisiert 70.000 Polizisten

Mit einem massiven Polizeiaufgebot bereiten sich die französischen Behörden auf einen erneuten Protesttag am kommenden Samstag vor. Rund 70.000 Polizisten sollten eingesetzt werden, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Donnerstag. Es bestehe ein "sehr hohes Risiko von Störungen der öffentlichen Ordnung".

Nach Rückkehr nach Venezuela: Machado dankt Trump für Sturz Maduros

Die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat US-Präsident Donald Trump für den US-Militäreinsatz zum Sturz des damaligen Staatschefs Nicolás Maduro gedankt. "Dank Ihrer Weitsicht, Ihres Mutes und Ihres Handelns am 3. Januar ist das Tor zur Freiheit aufgestoßen worden", sagte Machado am Donnerstag auf ihrer ersten Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr nach Venezuela vor wenigen Tagen.

Weltklimarat soll im Dezember über nächsten Sachstandsbericht beraten

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht will der Weltklimarat (IPCC) Anfang Dezember erneut über noch offene Fragen beraten. Bei der virtuell abgehaltenen Sitzung vom 1. bis zum 3. Dezember solle über die Veröffentlichung des nächsten Sachstandsberichts sowie über den Haushalt beraten werden, erklärte der Weltklimarat am Donnerstag.

Textgröße ändern: