Deutsche Tageszeitung - Chinas Handelsminister Wang auf Europa-Besuch: Peking und Brüssel suchen Dialog

Chinas Handelsminister Wang auf Europa-Besuch: Peking und Brüssel suchen Dialog


Chinas Handelsminister Wang auf Europa-Besuch: Peking und Brüssel suchen Dialog

Elektroautos, Halbleiter, Seltene Erden: Chinas Handelsminister Wang Wentao und EU-Handelskommissar Maros Sefcovic haben bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel eine Reihe von Streitthemen zu bereden. Er freue sich auf "gehaltvolle Gespräche", erklärte Sefcovic zum Auftakt im Onlinedienst X. Er hatte sich zuvor für eine "Neugewichtung" der Beziehungen nach Peking ausgesprochen.

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Der EU bereitet ihr wachsendes Handelsdefizit mit China Sorgen: Anders als noch vor einigen Jahren exportieren die europäischen Länder inzwischen deutlich weniger nach China als umgekehrt. Aus Brüsseler Sicht stecken dahinter unter anderem massive Staatshilfen aus Peking, die chinesischen Unternehmen auf dem Weltmarkt einen unfairen Vorteil verschaffen. Europäische Firmen hätten höhere Kosten und könnten deshalb kaum mithalten.

Die EU hat bereits eine Reihe von Schutzgesetzen. Sie kann bei unfairen Subventionen Zölle verhängen und Unternehmen von Ausschreibungen ausschließen. Bisher waren Elektroautos, Windturbinen und Solarzellen betroffen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs sprachen sich bei ihrem Gipfel Mitte Juni dafür aus, neben anhaltenden Gesprächen eine härtere Linie vorzubereiten.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plädierte dafür, die Möglichkeiten der EU in Handelskonflikten auszubauen, ohne China ausdrücklich zu nennen. "Der Europäischen Union müssen wirksame Instrumente zur Verfügung stehen, um ihre Interessen auf der Welt effektiv zu verteidigen", sagte Merz beim Gipfel.

Zuvor hatte sich Deutschland mit Blick auf China eher zurückhaltend gezeigt. Zahlreiche deutsche Unternehmen investieren in ihre Produktion in China und sehen dort einen wichtigen Exportmarkt, bei jedem Schritt seitens der EU fürchten sie die Reaktion Chinas. Deutschland wolle "die Zusammenarbeit vertiefen und mit mehr Fairness versehen", teilte das Bundeswirtschaftsministerium nach einem Treffen zwischen Ministerin Katherina Reiche (CDU) und Wang am Sonntag mit.

Peking machte in den vergangenen Wochen mehrfach deutlich, dass die chinesische Regierung auf eine härtere europäische Linie reagieren würde, etwa mit Zöllen oder Exportbeschränkungen. In der Vergangenheit schränkte China etwa die Ausfuhr wichtiger Rohstoffe ein und verhängte im Streit mit der niederländischen Regierung ein Exportverbot für die Halbleiter-Firma Nexperia.

"Die beiden Seiten sind Partner, keine Rivalen und ganz gewiss keine Feinde", mahnte der chinesische Botschafter bei der EU, Cai Run, in der vergangenen Woche. Gleichzeitig setzen beide Seiten auf Verhandlungen. "Wir sind voll und ganz in der Lage, wirtschaftliche und handelspolitische Differenzen und Spannungen durch Dialog zu lösen", sagte Cai.

Darum bemühen sich Wang und Sefcovic am Montag in Brüssel. Auf dem Programm stehen mehrere Gesprächsrunden und ein gemeinsames Abendessen. Wang reist im Anschluss weiter nach London.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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