Deutsche Tageszeitung - Gedenken und Proteste in Israel tausend Tage nach dem 7. Oktober 2023

Gedenken und Proteste in Israel tausend Tage nach dem 7. Oktober 2023


Gedenken und Proteste in Israel tausend Tage nach dem 7. Oktober 2023
Gedenken und Proteste in Israel tausend Tage nach dem 7. Oktober 2023 / Foto: © AFP

Tausend Tage nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben zahlreiche Menschen am Donnerstag eine Aufarbeitung des beispiellosen Angriffs gefordert. Im ganzen Land waren Gedenkveranstaltungen geplant sowie Proteste gegen das Handeln der Regierung vor und nach dem Angriff. Eine erste Veranstaltung begann um 06.29 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, an dem die islamistische Palästinenserorganisation ihren Überfall begonnen hatte.

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Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern töteten die Islamisten damals 1221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive im Gazastreifen.

Im Tagesverlauf waren Kundgebungen vor dem israelischen Parlament und nahe den Wohnungen von Regierungsmitgliedern geplant. Am Abend wollten im Jarkon-Park in Tel Aviv Familien der Opfer und Protestbewegungen gegen die Regierung demonstrieren.

Der von Angehörigen von Opfern und Geiseln gegründete "Oktoberrat" war einer der Haupt-Organisatoren des Gedenkens. "Die Familien der Geiseln und die trauernden Familien verlangen die Einrichtung einer staatlichen Untersuchungskommission jetzt", erklärte die Kommission im Onlinedienst X.

Um 10.00 Uhr wurden landesweit zwei Schweigeminuten abgehalten. Dina Hertz aus Jerusalem sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Was mich am meisten bedrückt, ist, dass wir tausend Tage nach den Ereignissen immer noch mittendrin stecken."

Was notwendig gewesen wäre, um mit den Ereignissen abschließen zu können, sei nicht unternommen worden, kritisierte sie. "Damit meine ich eine ernsthafte Untersuchungskommission, eine ernsthafte Übernahme von Verantwortung und daraus gezogene Schlüsse sowie ein wahrhaftes Gefühl von Scham und Schmerz bei denjenigen, die am 7. Oktober an der Macht waren", sagte Hertz weiter.

Umfragen zufolge ist ein großer Teil der Israelis für die Einrichtung eines Gremiums, um herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist, dass der folgenschwerste Angriff in der Geschichte Israels nicht verhindert wurde. Die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bislang gegen eine solche Kommission gesperrt, wie sie in der Vergangenheit nach schweren Behördenversagen für gewöhnlich einberufen wurde.

In den zwei Jahren des durch den Überfall der Hamas ausgelösten Gaza-Krieges wurden nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet. Eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist seit Oktober 2025 in Kraft. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Die israelische Armee hält weiterhin etwa 70 Prozent des Gazastreifens besetzt.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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