Deutsche Tageszeitung - Mordfall Caruana Galizia: Mutmaßlicher Auftraggeber soll 150.000 Euro gezahlt haben

Mordfall Caruana Galizia: Mutmaßlicher Auftraggeber soll 150.000 Euro gezahlt haben


Mordfall Caruana Galizia: Mutmaßlicher Auftraggeber soll 150.000 Euro gezahlt haben
Mordfall Caruana Galizia: Mutmaßlicher Auftraggeber soll 150.000 Euro gezahlt haben / Foto: © AFP/Archiv

In dem Prozess gegen den mutmaßlichen Auftraggeber zur Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia in Malta hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag ihre Anklage dargelegt. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech soll einen Bekannten damit beauftragt haben, Menschen zu finden, die die Journalistin "aus dem Weg räumen", wie die Zeitung "Times of Malta" unter Verweis auf die Anklageschrift berichtete. Der Plattform "Amphora Media" der Stiftung Daphne Caruana Galizia zufolge übergab Fenech über den Mittelsmann 150.000 Euro in bar an die späteren Mörder.

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Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Fenech weist die Vorwürfe zurück. Er war 2019 an Bord seiner Yacht festgenommen worden, als er versuchte, Malta zu verlassen. 2013 hatte er einen Vertrag über mehrere Millionen Euro mit dem maltesischen Staat für den Bau eines gasbetriebenen Kraftwerks erhalten.

Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet worden. Die damals 53-Jährige hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere Missstände in Malta berichtet. Ihre Ermordung löste international Empörung aus.

In dem Mordfall wurden bereits fünf Menschen verurteilt. Die Brüder George und Alfred Degiorgio sowie Vince Muscat, die den Mord verübten, befinden sich in Haft. Robert Agius und Jamie Vella wurden im Juni 2025 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, weil sie den Sprengstoff für den Anschlag beschafft hatten.

Der Mord führte in Malta zu massiven Protesten gegen den damaligen Regierungschef Joseph Muscat, dem vorgeworfen wurde, bei den Ermittlungen Freunde und Verbündete schützen zu wollen. Muscat trat im Januar 2020 zurück. Eine 2021 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Regierung ein "Klima der Straflosigkeit" für diejenigen geschaffen habe, die Caruana Galizia zum Schweigen bringen wollten.

(G.Khurtin--DTZ)

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