Deutsche Tageszeitung - Parlamentswahl in Algerien: Beteiligung offenbar auf historischem Tief

Parlamentswahl in Algerien: Beteiligung offenbar auf historischem Tief


Parlamentswahl in Algerien: Beteiligung offenbar auf historischem Tief
Parlamentswahl in Algerien: Beteiligung offenbar auf historischem Tief / Foto: © AFP

Bei der Parlamentswahl in Algerien zeichnet sich eine historisch schlechte Wahlbeteiligung ab: Ersten Zahlen zufolge gaben nur gut 20 Prozent der Wahlberechtigten am Donnerstag ihre Stimme ab. Diese Zahl sei aber "provisorisch", betonte am Abend der Chef der Wahlkommission, Karim Khelfane. Sie werde sich "vermutlich noch ändern oder verschieben".

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Die Wahlbeteiligung galt vor dem Urnengang als eine der wichtigsten Fragen. Bei der vorherige Parlamentswahl im Jahr 2021 hatte sie bei 23 Prozent gelegen - dies war bereits der niedrigste Wert in der Geschichte des Landes. Nun haben offenbar noch mehr Algerier den Gang zu den Wahlurnen verweigert, was laut Experten als klare Unzufriedenheit beziehungsweise Desinteresse an der Politik zu werten ist.

Bei der Wahl zur Nationalen Volksversammlung waren am Donnerstag knapp 25 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Vergeben wurden 407 Sitze für eine fünfjährige Legislaturperiode.

Die Parlamentswahl 2021 hatte die Nationale Befreiungsfront (FLN) gewonnen. Auch für die Wahl am Donnerstag war erwartet worden, dass regierungsnahe Kräfte wie die FLN die neue Volksversammlung dominieren.

Überschattet wurde die Wahl von einer Kontroverse um die Nichtzulassung zahlreicher Kandidatenlisten. Etwa ein Drittel der Listen wurde für ungültig erklärt. Mehrere Parteien beklagten, sie seien in bestimmten Wahlkreisen ausgeschlossen worden, insbesondere in der Hauptstadt Algier.

(A.Nikiforov--DTZ)

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