Deutsche Tageszeitung - Debatte um Krankschreibung: Hausärzte fordern Vorgehen gegen Videosprechstunden

Debatte um Krankschreibung: Hausärzte fordern Vorgehen gegen Videosprechstunden


Debatte um Krankschreibung: Hausärzte fordern Vorgehen gegen Videosprechstunden
Debatte um Krankschreibung: Hausärzte fordern Vorgehen gegen Videosprechstunden / Foto: © AFP/Archiv

In der Diskussion um das Verfahren bei Krankmeldungen fordern die Hausärzte, dass die Bundesregierung gegen Anbieter von Videosprechstunden vorgeht - statt die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. "Die geplanten Regelungen zur Krankschreibung sind in dieser Form reine Symbolpolitik", sagte die Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Sie werden weder den Krankheitsstand reduzieren noch Missbrauch verhindern."

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"Würde man wirklich das Ziel verfolgen, Missbrauch bei Krankschreibungen zu verhindern, hätte man dem Wildwuchs bei verschiedenen Videosprechstunden-Anbietern einen Riegel vorgeschoben", sagte Buhlinger-Göpfarth. "Da werben einzelne Anbieter teils aggressiv mit unkomplizierten und schnellen Krankschreibungen."

"Wenn irgendwo großes Missbrauchspotenzial liegt, dann bei anonymen Plattformen, die damit Profit machen und ihre Kunden nicht einmal kennen", sagte die Hausärzte-Vertreterin weiter. "Dort ist Betrug Tür und Tor geöffnet und nicht in unseren Praxen."

Die telefonische Krankschreibung bei den klassischen Hausärzten dagegen sei daran gebunden, "dass wir die Patientin oder den Patienten kennen", führte Buhlinger-Göpfarth aus. Dies sei "der beste Schutzschild" gegen Betrug. "Wir kennen unsere Pappenheimer und wir können sehr gut einschätzen, wann jemand wirklich krank ist und wann etwas anderes dahintersteckt."

Die Spitzen der schwarz-roten Bundesregierung hatten sich am Mittwochabend beim Koalitionsausschuss auf die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung geeinigt. Zudem soll künftig ab dem ersten Tag der Erkrankung die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gesetzlich vorgeschrieben werden. Die genaue Ausgestaltung dabei ist aber noch offen.

(U.Beriyev--DTZ)

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