Deutsche Tageszeitung - Bundestag beschließt einstimmig Aussetzung von Diätenerhöhung für Abgeordnete

Bundestag beschließt einstimmig Aussetzung von Diätenerhöhung für Abgeordnete


Bundestag beschließt einstimmig Aussetzung von Diätenerhöhung für Abgeordnete
Bundestag beschließt einstimmig Aussetzung von Diätenerhöhung für Abgeordnete / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundestag hat die Aussetzung der diesjährigen Diätenerhöhung für Abgeordnete beschlossen. Der Gesetzentwurf wurde am Freitag in Berlin einstimmig angenommen. Angesichts massiver Belastungen für Bürgerinnen und Bürger auch durch Sparmaßnahmen der Bundesregierung soll die Maßnahme ein Zeichen der Solidarität sein.

Textgröße ändern:

"Wir führen harte Spardiskussionen", sagte der SPD-Abgeordnete Johannes Fechner. Daher sei es "das richtige Signal, diese Diätenerhöhung jetzt auszusetzen". Es wäre "nicht vermittelbar" gewesen, die Diäten um 500 Euro zu erhöhen, sagte auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Beide sprachen sich zudem dafür aus, gemäß dem Vorschlag der Rentenkommission auch die Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

Für die Aussetzung sprach sich auch der CDU-Abgeordnete Hendrik Hoppenstedt aus. Ein solcher Schritt jedoch "sollte die Ausnahme bleiben", hob er weiter hervor. Der CSU-Abgeordnete Reinhard Brandl verwies ebenfalls auf Belastungen für Bürgerinnen und Bürger durch die Reformbeschlüsse der Koalition. Die Aussetzung der Diätenerhöhung solle dazu beitragen "die Akzeptanz für diese schwierigen Maßnahmen zu verbessern".

Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner forderte, die automatische Diätenerhöhung generell auszusetzen. Zudem sollten auch Mitglieder der Bundesregierung auf einen Teil ihrer Bezüge verzichten können.

Der Grünen-Politiker Helge Limburg kritisierte, dass wegen des späten Handelns von Union und SPD die Diäten zunächst Anfang Juli wie vorgesehen um rund 500 Euro gestiegen seien. Dies müsse nun durch eine Verrechnung mit der Augustzahlung aufwändig wieder rückgängig gemacht werden. Weiter warb auch Limburg für die Einbeziehung der Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung.

Für die Linke wies Ina Latendorf darauf hin, dass ihre Fraktion Diätenerhöhungen auch in der Vergangenheit immer wieder abgelehnt habe, "weil wir sie unsozial finden". Daher würden die Linken-Abgeordneten auch "einen Teil unserer Diäten spenden".

Die Diäten sind seit 2014 an die Entwicklung des Nominallohnindexes gekoppelt und erhöhen sich dementsprechend automatisch. Diesmal wäre ein Anstieg zum 1. Juli um 4,2 Prozent erfolgt. Die monatlichen Bezüge hätten sich damit von derzeit rund 11.833 Euro auf etwa 12.330 Euro vor Steuern erhöht. Dies bleibt nun aus, bereits geleistete zusätzliche Zahlungen werden im August wieder abgezogen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Länder fordern Bewahrung der Schulpflicht

Angesichts von Plänen der AfD zur Aufweichung der Schulpflicht setzt sich der Bundesrat für deren Erhalt ein. Auf Initiative mehrerer Länder sprach sich die Länderkammer am Freitag in einer Entschließung dafür aus, die Schulpflicht "als Garant für Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt" zu bewahren. Die Bundesregierung wird aufgefordert, "allen Vorhaben entgegenzutreten, die die allgemeine Schulpflicht als tragendes Prinzip des deutschen Bildungssystems schwächen könnten".

Wegner verzichtet auf CDU-Spitzenkandidatur bei Berlin-Wahl

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verzichtet auf die Spitzenkandidatur bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September. Der 53-Jährige begründete dies am Freitag damit, wegen der anhaltenden Kritik an seiner Kommunikation beim Stromausfall im Januar nicht mehr bei der Bevölkerung mit seinen Themen durchzukommen. Deshalb werde er den Kreisvorsitzenden der Berliner CDU am Abend den Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklären.

Koalition bringt Sparpläne für Krankenkassen durch den Bundestag

Höhere Zuzahlungen für Medikamente, Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern und begrenzte Vergütungen für Ärzte und Krankenhäuser: Die schwarz-rote Regierung hat am letzten Tag vor der parlamentarischen Sommerpause ihr hoch umstrittenes Sparprogramm für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) durch den Bundestag gebracht. Noch am Freitag soll auch der Bundesrat entscheiden. Die Opposition warnte vor massiven Verschlechterungen für 75 Millionen Versicherte und einer Pleitewelle bei Krankenhäusern.

Spritpreise steigen wegen Iran-Kriegs wieder - Bundesrat lehnt Preisdeckel ab

Das Wiederaufflammen des Iran-Kriegs hat die Preise an den Tankstellen in Deutschland wieder steigen lassen - die Mineralölkonzerne gaben die gestiegenen Ölpreise offenbar unmittelbar an die Verbraucher weiter. Der ADAC sprach am Freitag von einem "deutlichen Sprung nach oben". Diesel und Benzin lägen nun wieder über der Marke von zwei Euro pro Liter.

Textgröße ändern: