Deutsche Tageszeitung - US-Zeugen widersprechen ICE nach Todesschüssen auf Mexikaner

US-Zeugen widersprechen ICE nach Todesschüssen auf Mexikaner


US-Zeugen widersprechen ICE nach Todesschüssen auf Mexikaner
US-Zeugen widersprechen ICE nach Todesschüssen auf Mexikaner / Foto: © AFP/Archiv

Nach tödlichen Schüssen auf einen Mexikaner bei einem Einsatz der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE haben Augenzeugen der offiziellen Darstellung widersprochen, es habe sich um "Notwehr" gehandelt. Der Anwalt der Zeugen, Hugo Balderas-Ibarra, sagte am Freitag, der Mexikaner habe sein Fahrzeug nicht "als tödliche Waffe" eingesetzt, wie von ICE und dem Heimatschutzministerium behauptet.

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Die Zeugen hätten bestätigt, dass sich der ICE-Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt direkt vor dem Wagen des Mexikaners befunden habe. Er habe vielmehr von der Seite auf das Fahrzeug geschossen und den am Steuer sitzenden Lorenzo Salgado getroffen. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Das US-Heimatschutzministerium hatte angegeben, der Mexikaner habe bei einer Kontrolle in Houston im Bundesstaat Texas "versucht, sich der Festnahme zu entziehen" und habe "sein Fahrzeug als Waffe eingesetzt", um "einen ICE-Bundesbediensteten zu überfahren". Daraufhin habe der ICE-Mitarbeiter "in Notwehr von seiner Dienstwaffe Gebrauch" gemacht.

Dem Heimatschutzministerium zufolge hatte Salgado keine gültige Aufenthaltserlaubnis. Nach Angaben der Angehörigen lebte der Mexikaner seit fast 35 Jahren in den USA und hatte eine Arbeitsgenehmigung für sich und sein kleines Bauunternehmen beantragt. Medienberichten zufolge wurde Salgado Opfer einer Verwechslung - ICE suchte demnach einen anderen Mann.

Es handelt sich um den ersten tödlichen Schusswaffeneinsatz von ICE-Mitarbeitern seit dem Tod der US-Bürger Renee Good und Alex Pretti im Januar. Sie waren bei zwei getrennten Vorfällen in der Stadt Minneapolis ums Leben gekommen. Für den Tod der dreifachen Mutter Good wird ebenfalls ein ICE-Mitarbeiter verantwortlich gemacht, für den des Krankenpflegers Pretti ein Angehöriger des Grenzschutzes. Die Tötungen hatten die Proteste gegen die Massenabschiebungen von Präsident Donald Trump und gegen ICE weiter angeheizt.

(W.Budayev--DTZ)

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