Deutsche Tageszeitung - Neue US-Angriffe auf den Iran - Teheran greift Golfstaaten an und schließt Straße von Hormus

Neue US-Angriffe auf den Iran - Teheran greift Golfstaaten an und schließt Straße von Hormus


Neue US-Angriffe auf den Iran - Teheran greift Golfstaaten an und schließt Straße von Hormus
Neue US-Angriffe auf den Iran - Teheran greift Golfstaaten an und schließt Straße von Hormus / Foto: © AFP/Archiv

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist erneut militärisch eskaliert. Die USA starteten am Sonntag neue Angriffe auf den Iran, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus unter Beschuss genommen hatten. Der Iran verkündete die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge und führte Vergeltungsangriffe auf Ziele in mehreren Golfstaaten aus.

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Die US-Armee nahm nach eigenen Angaben auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump rund 140 militärische Ziele im Iran ins Visier. Dazu gehörten iranische Raketen- und Drohnenstellungen sowie Munitionsdepots, wie das US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mitteilte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, "der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen".

Iranische Medien berichteten über Explosionen in den Städten Bandar Abbas, Sirik, Dschask sowie auf der Insel Keschm und in der Provinz Chusestan. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Die neue US-Angriffswelle auf den Iran - die dritte in dieser Woche - erfolgte nach Centcom-Angaben, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein unter der Flagge Zyperns fahrendes Containerschiff in der Straße von Hormus beschossen hatten. Nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) brach auf dem Schiff ein Brand aus. Die Besatzung sei von Bord gegangen und in ein Rettungsboot gestiegen.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten Warnschüsse auf das Schiff abgefeuert, das eine "nicht genehmigte Route" befahren habe. Später griffen sie nach eigenen Angaben ein zweites Schiff wegen angeblicher Verstöße gegen die Vorschriften in der Straße von Hormus an. Die für den Welthandel wichtigen Meerenge bleibe "bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt, keinem Schiff wird die Durchfahrt gestattet", erklärten die Revolutionsgarden.

Der Iran starteten nach den US-Attacken Vergeltungsangriffe auf mehrere Länder in der Region. Die Revolutionsgarden erklärten, sie hätten einen US-Luftwaffenstützpunkt in Katar ins Visier genommen.

In Katars Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Sie beobachteten Abfangmanöver über Doha. Auch in Kuwait war nach Armeeangaben die Luftabwehr im Einsatz, um "feindliche Angriffe" abzuwehren. Die Vereinigten Arabischen Emiraten wehrten nach eigenen Angaben ebenfalls Raketenangriffe ab. Auch in Bahrain ertönte Luftalarm.

Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region geherrscht. In der Nacht zum Mittwoch aber begannen die USA wieder mit massiven Angriffen auf den Iran, US-Präsident Trump erklärte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause für beendet. Auslöser waren Angriffe auf Schiffe, die Washington Teheran zuschreibt. Die Streitkräfte des Iran griffen daraufhin wieder US-Stützpunkte in der Region an.

Laut Berichten der US-Nachrichtenportale "Axios" und "Politico" hatten die USA dem Iran eine Frist bis zum Samstag gesetzt, um öffentlich ein Ende der Attacken in der Meerenge zu erklären und zuzusichern, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geöffnet sei.

Am Freitag hatte Trump trotz der verschärften Spannungen mit dem Iran erklärt, dass die Verhandlungen mit Teheran fortgesetzt werden sollten. Beide Seiten setzten dennoch ihren Konfrontationskurs fort. Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei kündigte am Samstag "Rache" an für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar.

Trump drohte seinerseits dem Iran für den Fall eines auf ihn verübten Mordanschlags mit der "vollständigen" Vernichtung. US-Medien hatten am Freitag berichtet, dass der israelische Geheimdienst Washington über einen neuen "konkreten" iranischen Plan zur Ermordung Trumps informiert habe.

Modschtaba Chamenei erklärte in einer schriftlichen Botschaft, die Vergeltung für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei sei "der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden". Der Brief war seine erste öffentliche Wortmeldung seit der Beisetzung seines Vaters am Freitag.

(L.Svenson--DTZ)

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