Deutsche Tageszeitung - Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein

Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein


Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein
Auswärtiges Amt bestellt wegen Cyberangriffen russischen Botschafter ein / Foto: © AFP

Das Auswärtige Amt in Berlin hat wegen Cyberangriffen den russischen Botschafter einbestellt. Das Gespräch mit Botschafter Sergej Netschajew habe am Montagvormittag stattgefunden, sagte eine Ministeriumssprecherin vor Journalisten. "Seit vielen Jahren beobachten wir bösartige Cyberaktivitäten aus Russland gegen Deutschland, gegen die Mitgliedstaaten der EU, sowie auch internationale Partner", sagte sie.

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Im Onlinedienst X nannte das Auswärtige Amt Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine "inakzeptabel". "Wir beantworten sie entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen", schrieb das Ministerium. Im Gespräch mit dem russischen Botschafter habe die Bundesregierung ihre "Haltung noch einmal verdeutlicht".

Die Außenamtssprecherin verwies auch auf am Montag von der EU wie Großbritannien verhängte neue Sanktionen gegen Russland wegen Cyberangriffen. Die EU setzte neun Einzelpersonen und vier Unternehmen auf ihre Sanktionsliste, Großbritannien 24 Menschen und Einheiten, wie Brüssel und London mitteilten. Darunter sind den Angaben zufolge hochrangige Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Die EU und Großbritannien machen den Angaben aus London zufolge zudem den russischen Geheimdienst FSB für einen versuchten Cyberangriff auf das polnische Stromnetz verantwortlich.

Nach Angaben aus Brüssel haben russische Hacker in den vergangenen Jahren auch Ziele in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich sowie Finnland, Rumänien, der Slowakei und Zypern angegriffen. Die russischen Geheimdienste arbeiteten dabei eng mit kriminellen Gruppen und privaten Unternehmen zusammen, hieß es.

Laut der Außenamtssprecherin in Berlin wurde unter anderem von der EU konkret das "16. Zentrum des russischen Nachrichtendienstes FSB für eine über Jahre hinweg betriebene Kampagne bösartiger Cyberaktivitäten gegen Mitgliedstaaten der EU und auch inklusive Deutschlands" benannt.

Auch Paris will "in den kommenden Tagen den russischen Botschafter einbestellen", wie Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot ankündigte. Als Grund nannte auch er eine von Moskau gestartete "großangelegte Cyberangriffskampagne" gegen europäische Staaten, darunter Frankreich.

(P.Hansen--DTZ)

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