Deutsche Tageszeitung - Straße von Hormus: Trump kündigt erneute Blockade iranischer Häfen und Abgabe an

Straße von Hormus: Trump kündigt erneute Blockade iranischer Häfen und Abgabe an


Straße von Hormus: Trump kündigt erneute Blockade iranischer Häfen und Abgabe an
Straße von Hormus: Trump kündigt erneute Blockade iranischer Häfen und Abgabe an / Foto: © AFP

Der Machtkampf um die Straße von Hormus hat sich am Montag wieder zugespitzt: US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag eine erneute Blockade iranischer Häfen und eine Abgabe von 20 Prozent auf alle durch die Meerenge transportierten Güter an. Zugleich beanspruchte er die Kontrolle über den strategisch wichtigen Wasserweg. Der Iran wies dies zurück, während beide Seiten ihre schwersten Angriffe seit der Waffenruhe von Anfang April fortsetzten.

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"Wir übernehmen die Kontrolle über die Meerenge", sagte Trump im Fernsehsender Fox News. "Wir werden der Wächter der Meerenge", fügte er hinzu. Die USA würden künftig dafür bezahlt, die Wasserstraße zu bewachen.

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, das US-Militär werde "die Schiffe des Iran oder dessen Kunden daran hindern, ein- oder auszulaufen". Alle anderen Frachtschiffe müssten eine Abgabe von "20 Prozent auf alle transportierten Güter" entrichten. Beides werde "umgehend" umgesetzt.

Damit kündigte Trump zwei zentrale Vereinbarungen des Rahmenabkommens mit dem Iran vom 17. Juni auf. Dieses sah die Aufhebung der US-Blockade sowie eine "sichere und unentgeltliche Durchfahrt von Handelsschiffen" durch die Straße von Hormus vor. Zuvor hatte Trump bereits die vereinbarte Feuerpause für beendet erklärt.

Die iranische Militärführung erklärte, Teheran werde ein Eingreifen der USA in der Meerenge "unter keinen Umständen zulassen". Jede Zusammenarbeit der Golfstaaten mit Washington werde als "Kriegshandlung" betrachtet.

Revolutionsgarden-Sprecher Hossein Mohebi warf den USA vor, mit ihrem Eingreifen die weltweite Öl- und Gasversorgung zu gefährden. Washington müsse dafür "zur Verantwortung gezogen" werden.

Vollständig geschlossen war die Straße von Hormus indes trotz gegenteiliger Angaben der iranischen Revolutionsgarden nicht. Nach Daten des Schiffsanalysedienstes Kpler passierten am Sonntag 14 Schiffe die Meerenge, darunter sieben Handelsschiffe. Am Montag folgten zunächst mindestens drei Frachtschiffe. Damit sank die Zahl der Durchfahrten aber auf den niedrigsten Stand seit dem 13. Juni.

Seit Monatsbeginn wurden nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation vier Schiffe angegriffen. Der Iran erklärte am Montag, er habe Warnschüsse auf zwei Schiffe abgegeben. Einige Schiffe nutzten nach Angaben von Fachleuten weiterhin einen von den USA unterstützten Korridor im Süden der Meerenge.

Die gegenseitigen Angriffe dauerten unterdessen an. Das US-Militär erklärte, am Montag dutzende Ziele im Iran beschossen zu haben. Die Revolutionsgarden meldeten im Gegenzug Angriffe auf US-Militärziele in Jordanien, Bahrain, Kuwait und Oman.

Jordanien fing nach Behördenangaben vier iranische Raketen ab, Kuwait meldete den Abschuss "feindlicher Luftziele". In Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst, das Militär warf Teheran Angriffe auf Zivilisten vor und erklärte, mehrere Geschosse abgefangen zu haben.

Seit Wiederaufnahme der Kämpfe am Mittwoch wurden im Iran nach AFP-Zählung mindestens 25 Menschen getötet.

Bei einem Angriff auf den Hafen von Bandar Abbas setzten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben erstmals Seedrohnen im Kampf ein. Drei unbemannte Fahrzeuge vom Typ Corsair griffen am Sonntag eine Anlage zur Wartung von U-Booten und Schiffen an. Dadurch sei die Fähigkeit des Iran geschwächt worden, Handelsschiffe anzugreifen, erklärte das US-Regionalkommando Centcom.

Die rund sieben Meter langen, dieselbetriebenen Corsair-Drohnen können auf See ausgesetzt und von größeren Schiffen wieder aufgenommen werden. Im Juni hatte die US-Armee ein solches Fahrzeug bereits zur Rettung zweier Soldaten eingesetzt, deren Apache-Kampfhubschrauber vom Iran abgeschossen worden war.

Trotz der Eskalation liefen die Vermittlungsbemühungen weiter. Trump sagte, iranische Unterhändler hätten nach elfstündigen Gesprächen am Sonntag bereits Vereinbartes wieder ändern wollen. Irans Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei bezeichnete das Rahmenabkommen als "in der Krise", erklärte aber, Teheran stehe weiter mit Katar, Pakistan und Oman in Kontakt.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte die USA und den Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Die Straße von Hormus müsse frei passierbar sein.

Der Ölpreis war wegen der neuen Kämpfe am Montag zeitweise um bis zu fünf Prozent gestiegen. Im Juni war er nach Unterzeichnung des Iran-Rahmenabkommens zunächst deutlich gefallen.

(W.Uljanov--DTZ)

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