Deutsche Tageszeitung - Proteste in der Ukraine gegen Rücktritt von beliebtem Verteidigungsminister Fedorow

Proteste in der Ukraine gegen Rücktritt von beliebtem Verteidigungsminister Fedorow


Proteste in der Ukraine gegen Rücktritt von beliebtem Verteidigungsminister Fedorow
Proteste in der Ukraine gegen Rücktritt von beliebtem Verteidigungsminister Fedorow / Foto: © AFP/Archiv

Aus Protest gegen den Rücktritt des beliebten ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow im Zuge einer Regierungsumbildung inmitten des Krieges sind in mehreren ukrainischen Städten zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Kiew versammelten sich am Donnerstag hunderte Demonstranten auf einem zentralen Platz, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen. Sie skandierten Rufe wie "Schande" und "Bring Fedorow zurück".

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Viele der Protestteilnehmer in der ukrainischen Hauptstadt schwenkten die Flaggen der EU und der Ukraine. Auch in anderen Orten des Landes gingen örtlichen Medien zufolge die Menschen auf die Straße.

Fedorow hatte am Vortag seinen Rücktritt erklärt. "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", erklärte der Minister am Mittwochabend im Onlinedienst Telegram. Ukrainischen Medienberichten zufolge könnte Fedorow durch den derzeitigen Innenminister Ihor Klymenko ersetzt werden.

Mit 35 Jahren war Fedorow bei seiner Ernennung der jüngste Verteidigungsminister, den die Ukraine je hatte. Er hatte die Leitung des Ministeriums mit dem Auftrag übernommen, der ukrainischen Kriegsmaschinerie nach vier Jahren Krieg frischen Wind zu verleihen. Er war ein früher Befürworter des zunehmenden Einsatzes von Drohnen gewesen, die mittlerweile unverzichtbar an der Front sind.

Selenskyj hatte die Regierungsumbildung mit "neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben" begründet. Neben Fedorow soll auch Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko ausgetauscht werden. Umbildungen des Kabinetts bedürfen der Zustimmung des Parlaments - wobei sich die Abgeordneten seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 weitgehend hinter den Präsidenten gestellt haben.

(O.Zhukova--DTZ)

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