Deutsche Tageszeitung - Neue Angriffswelle im Iran-Krieg - Attacken auf mehrere Golfstaaten und Jordanien

Neue Angriffswelle im Iran-Krieg - Attacken auf mehrere Golfstaaten und Jordanien


Neue Angriffswelle im Iran-Krieg - Attacken auf mehrere Golfstaaten und Jordanien
Neue Angriffswelle im Iran-Krieg - Attacken auf mehrere Golfstaaten und Jordanien / Foto: © US NAVY/AFP

Der wieder aufgeflammte Iran-Krieg ist am Donnerstag weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte attackierten den Iran, dieser griff seinerseits Verbündete in der Region an. Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain meldeten neue Drohnenangriffe. Zudem beschoss Teheran nach eigenen Angaben einen US-Stützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen. Der Iran drohte mit Angriffen auf Infrastruktureinrichtungen in der Golfregion - und stellte sein Festhalten am im Juni mit den USA geschlossenen Rahmenabkommen in Frage.

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Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, US-Streitkräfte hätten binnen 24 Stunden zwei weitere Angriffswellen gegen iranische Militärziele geflogen. Genannt wurden unter anderem die südiranische Hafenstadt Bandar Abbas sowie Küstenverteidigungs- und Marschflugkörperstellungen auf der Insel Groß-Tunb im östlichen Persischen Golf. Die Angriffe sollten demnach iranische Fähigkeiten schwächen, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen.

Iranische Medien meldeten einen Einschlag auf dem Flughafen von Semnan rund 250 Kilometer östlich von Teheran. Verletzt worden sei niemand. Explosionen seien zudem in Lorestan, Bandar Abbas, Chabahar und auf der Insel Keschm im Persischen Golf zu hören gewesen. In Teilen der Hauptstadtregion Teheran sei die Luftabwehr aktiviert worden.

Der Iran warf den USA zudem vor, mit Angriffen auf die Stadt Ahwas ein Kinderkrebskrankenhaus gefährdet zu haben. Ein Sprecher des iranischen Außenministers erklärte, wegen Einschlägen in der Nähe hätten 211 Patientinnen und Patienten, die dort eine Chemotherapie erhielten, in andere Kliniken gebracht werden müssen.

Der Iran attackierte seinerseits erneut Ziele in mit den USA verbündeten Staaten. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien in zwei Wellen mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Zudem meldete das iranische Militär Drohnenangriffe auf US-Einrichtungen in Kuwait und Bahrain.

Kuwait erklärte, seine Luftabwehr habe erneut iranische Drohnen bekämpft. Nahe der Hauptstadt Kuwait-Stadt waren Explosionen zu hören, die nach Armeeangaben vom Abfangen der Fluggeräte stammten. Auch Bahrain meldete neue Angriffe und aktivierte seine Luftabwehr. Beide Golfstaaten werfen dem Iran immer wieder vor, nicht nur US-Einrichtungen, sondern auch zivile Ziele anzugreifen.

Vor der südirakischen Hafenstadt Basra traf unterdessen eine Drohne ein Schiff, das aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kam und Fahrzeuge von US-Herstellern transportierte. Zur Herkunft der Drohne gab es zunächst keine Angaben. Im Nordirak waren zuvor acht mit Sprengstoff beladene Drohnen über Erbil abgeschossen worden. Die irakische Regierung verurteilte den Angriff.

Der iranische Generalstab drohte für den Fall von US-Angriffen auf Kraftwerke und Brücken mit der vollständigen Zerstörung von Infrastruktur in den umliegenden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, solche Ziele könnten in der kommenden Woche angegriffen werden, sollte Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Pakistan rief beide Seiten auf, die Gewalt zu beenden und technische Gespräche auf Grundlage des Mitte Juni unter seiner Vermittlung vereinbarten Rahmenabkommens wieder aufzunehmen. Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte jedoch, die Vereinbarung habe nur Sinn, wenn ihre Bestimmungen eingehalten würden. Ziehe der Iran daraus keinen Nutzen, gebe es keinen Grund, sich daran zu halten.

Das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran sollte binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen und sah bis dahin eine sichere und unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor. Der Iran riegelte die Meerenge vergangene Woche jedoch erneut weitgehend ab. Die USA setzten daraufhin am Dienstag ihre Blockade iranischer Häfen wieder in Kraft.

Ein US-Kampfflugzeug beschoss in der Nacht zum Donnerstag einen unbeladenen Öltanker, der nach US-Angaben die Blockade durchbrechen wollte. Es war das erste Mal seit deren Wiedereinsetzung, dass die US-Streitkräfte ein Schiff gewaltsam stoppten.

Durch die Straße von Hormus wurde vor Beginn des Kriegs Ende Februar rund ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Erdöl und Flüssigerdgas transportiert. Am Dienstag passierten nach Angaben des Schiffsanalysedienstes Kpler nur noch 13 Handelsschiffe die Meerenge. Indien wies Reedereien an, vorerst keine indischen Seeleute mehr auf Schiffen einzusetzen, die Hormus durchfahren.

Seit der Wiederaufnahme der Kämpfe am 7. Juli wurden nach Angaben der iranischen Regierung mehr als 30 Zivilisten getötet. Das iranische Militär meldete zudem den Tod von sieben Soldaten. Die Gefechte haben damit ein Ausmaß erreicht, das es seit der Anfang April vereinbarten Waffenruhe nicht mehr gegeben hatte.

Der Krieg hatte am 28. Februar mit massiven Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Der Konflikt forderte bislang tausende Tote, vor allem im Iran und im Libanon.

(M.Dylatov--DTZ)

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