Deutsche Tageszeitung - Grünen-Politiker kritisiert Vaterschaft von Spahn durch Leihmutterschaft

Grünen-Politiker kritisiert Vaterschaft von Spahn durch Leihmutterschaft


Grünen-Politiker kritisiert Vaterschaft von Spahn durch Leihmutterschaft
Grünen-Politiker kritisiert Vaterschaft von Spahn durch Leihmutterschaft / Foto: © AFP/Archiv

Das Vaterglück von Unionsfraktionschef Jens Spahn mit Hilfe einer Leihmutterschaft sorgt weiter für Diskussionen. Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, kritisierte am Freitag Politiker, "die hier jedwede Liberalisierung gesetzlicher Grundlagen zur Leihmutterschaft vehement ablehnen, dann aber selbst im Ausland genau diese in Anspruch nehmen".

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"Zu Leihmutterschaft gibt es unterschiedliche ethische Positionen, auch innerhalb meiner Partei", sagte Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich selbst halte sie aus guten Gründen für problematisch." Die Gesetze in Europa "messen dem Schutz der austragenden Frau vor Ausbeutung, der Vermeidung einer Kommerzialisierung von Schwangerschaft und Geburt sowie dem Schutz des Kindes vor komplexen Abstammungskonflikten eine große Bedeutung bei". Dies finde er "persönlich richtig".

Bei seien Vorwürfen gegen Spahn gehe es "nicht um die Geburt eines Kindes, sondern um politische Glaubwürdigkeit und Doppelstandards", sagte der Grünen-Politiker. "Wer Regeln politisch propagiert, sollte nachvollziehbar erklären, warum sie für ihn selbst offenbar nicht gelten sollen."

Spahn und sein Ehemann sind laut Medienberichten Eltern eines Sohnes geworden, der in den USA zur Welt kam und von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde. Dieses Verfahren ist in Deutschland verboten. Nach den Berichten über Spahn stellte das Bundesfamilienministerium klar, dass dieses Verfahren in Deutschland auch verboten bleibt. "Der Koalitionsvertrag sieht keine Änderung der aktuellen Rechtslage vor", sagte ein Sprecher des Ministeriums den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch aus Spahns eigener Partei war am Donnerstag Kritik gekommen: "Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten", sagte die Thüringer Landesvorsitzende der Frauen Union, Marion Rosin (CDU), den Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg", sagte Rosin und forderte Spahn zum Rücktritt auf.

(G.Khurtin--DTZ)

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