Deutsche Tageszeitung - Sechste Nacht in Folge: USA und Iran attackieren sich erneut gegenseitig

Sechste Nacht in Folge: USA und Iran attackieren sich erneut gegenseitig


Sechste Nacht in Folge: USA und Iran attackieren sich erneut gegenseitig
Sechste Nacht in Folge: USA und Iran attackieren sich erneut gegenseitig / Foto: © US NAVY/AFP

Die USA haben die sechste Nacht in Folge Angriffe auf den Iran geflogen - und dabei offenbar auch Transport-Infrastruktur ins Visier genommen. Zwei Brücken, ein Flughafen und ein Bahnhof im Süden des Landes seien getroffen worden, berichteten iranische Staatsmedien in der Nacht zum Freitag. Die Streitkräfte Teherans reagierten nach eigenen Angaben mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait, auch Katar meldete Raketenbeschuss.

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Ziel der neuen US-Angriffe war es nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom, "die militärischen Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen". Genauere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Iranische Medien berichteten zunächst von US-Angriffen rund um die iranische Golfinsel Keschm nahe der Straße von Hormus sowie die Hafenstadt Bandar Abbas. Zudem habe es mindestens zwei Explosionen in der Stadt Buschehr gegeben, wo sich das einzige aktive Atomkraftwerk des Landes befindet.

Später berichteten die iranischen Staatsmedien dann von Angriffen auf zwei Brücken, einen Bahnhof und einen Flughafen nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die für den weltweiten Handel mit Öl und Gas von entscheidender Bedeutung ist. Bei dem Angriff auf die Brücken in der Provinz Hormosgan seien drei Menschen ums Leben, schrieb das Staatsfernsehen auf seinem Telegram-Kanal.

Der Flughafen Iranschahr im Südosten des Landes wiederum wurde den Angaben zufolge von mindestens einem US-Geschoss getroffen. Rund um den Flughafen seien drei Explosionen zu hören gewesen.

Us-Präsident Donald Trump hatte vor wenigen Tagen mit einer Ausweitung der Angriffe gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über ein endgültiges Ende des Krieges scheitern sollten. In diesem Fall werde es auch Angriffe auf Kraftwerke und Brücken geben, sagte er. Die Führung in Teheran warnte daraufhin, ihre Streitkräfte würden Infrastruktur in der gesamten Region ins Visier nehmen, sollte Trump seine Drohung in die Tat umsetzen.

Nach den neuen US-Angriffen in der Nacht zum Freitag attackierte der Iran nach eigenen Angaben US-Hubschrauber und -Flugzeuge auf einem Luftwaffenstützpunkt in Bahrain. Dies geschehe "als Reaktion auf die feindselige Handlung des Gegners, städtische Infrastruktur und unschuldige Menschen anzugreifen", hieß es im staatlichen iranischen Fernsehen. Zudem seien US-Militäreinrichtungen in Kuwait angegriffen worden.

Auch Katar wurde nach eigenen Angaben mit Raketen angegriffen. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass seine Streitkräfte "einen Raketenangriff abgefangen haben".

Zuletzt war der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wieder eskaliert. Einer der Hauptstreitpunkte bei den stockenden Verhandlungen ist die Straße von Hormus. Nachdem der Iran diese in der vergangenen Woche wieder für geschlossen erklärt hatte, verhängte US-Präsident Donald Trump am Dienstag erneut eine Seeblockade iranischer Häfen. Um diese umzusetzen, enterten US-Soldaten nach Centcom-Angaben am Donnerstag ein Schiff im Golf von Oman. Die "M/T Wen Yao" sei aufgebracht worden, "um die strikte Einhaltung der laufenden US-Seeblockade zu gewährleisten".

Bereits am Mittwoch hatte ein US-Kampfflugzeug Raketen auf einen unbeladenen Öltanker abgefeuert, der laut Centcom die Seeblockade durchbrechen wollte. Es war das erste Mal, dass die US-Armee seit der Wiedereinsetzung der Blockade iranischer Häfen ein Schiff gewaltsam stoppte. Zudem seien "drei Handelsschiffe umgeleitet worden, die versuchten, die Blockade zu umgehen", teilte Centcom am Donnerstag weiter mit.

Die Situation in der gesamten Region eskaliert seit einigen Tagen wieder. Eigentlich hatte seit Anfang April im Iran-Krieg eine Waffenruhe gegolten, die aber zusehends brüchig wurde. In der vergangenen Woche wurde sie von Trump dann für beendet erklärt.

Beide Seiten hatten eigentlich Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der Eskalation der vergangenen Tage dauern die Vermittlungsbemühungen an. Ein Durchbruch scheint allerdings nicht in Sicht.

(Y.Leyard--DTZ)

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