Deutsche Tageszeitung - Erneut Proteste in Kiew nach Ablösung von beliebtem Verteidigungsminister

Erneut Proteste in Kiew nach Ablösung von beliebtem Verteidigungsminister


Erneut Proteste in Kiew nach Ablösung von beliebtem Verteidigungsminister
Erneut Proteste in Kiew nach Ablösung von beliebtem Verteidigungsminister / Foto: © AFP

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben am Freitagabend erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow protestiert. Die Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate in die Luft, auf denen "Bringt Fedorow zurück!" und "Respektiert das Volk!" standen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgetreten.

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Der Staatschef hatte die Umbildung des Kabinetts mit "neuen Herausforderungen und Aufgaben" begründet und unter anderem auch Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko entlassen. Besonders die Ablösung Fedorows stieß dabei auf Widerstand bei den Bürgern. Für viele Ukrainer verkörperte der nur sechs Monate amtierende Minister die Modernisierung der von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee.

Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt.

Nach seinem Rückzug hatte Fedorow Armeechef Oleksander Syrsky vorgeworfen, seine Entlassung mit einem Ultimatum erzwungen zu haben. "In dieser Konstellation weiß ich persönlich nicht, wie der Krieg gewonnen werden kann", sagte Fedorow. Er kritisierte darüber hinaus langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte.

Am Donnerstag hatte Selenskyj den Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara zum geschäftsführenden Verteidigungsminister ernannt. Das Parlament muss der Personalie noch zustimmen. Bereits am Donnerstag waren in Kiew zahlreiche Menschen für einen Verbleib Fedorows im Amt auf die Straße gegangen, auch in anderen Städten gab es Proteste.

(I.Beryonev--DTZ)

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