Deutsche Tageszeitung - Affäre um Leihmutter: Unionsfraktionschef Spahn tritt zurück

Affäre um Leihmutter: Unionsfraktionschef Spahn tritt zurück


Affäre um Leihmutter: Unionsfraktionschef Spahn tritt zurück
Affäre um Leihmutter: Unionsfraktionschef Spahn tritt zurück / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der Affäre um eine Leihmutter hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) seinen Rücktritt erklärt. "Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete", heißt es in einer Mitteilung an die Bundestagsfraktion, die der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag.

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"Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt", heißt es darin weiter. Der "Spagat" zwischen der Entscheidung für ein Kind durch Leihmutterschaft und der "nachvollziehbaren Erwartung" an einen Fraktionschef sei größer geworden, als er es erwartet habe.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Spahn und sein Mann Eltern eines in den USA von einer Leihmutter zur Welt gebrachten Kinds wurden. Dieses Verfahren ist in Deutschland verboten. Außerdem hatte der CDU-Parteitag erst Anfang des Jahres einen Beschluss zur Ablehnung der Leihmutterschaft gefasst.

Spahn sah sich seither mit Rücktrittsforderungen und Vorwürfen konfrontiert, privat anders zu handeln als in seiner politischen Funktion. Eigentlich wollte Spahn die Fraktion im September über seine politische Zukunft entscheiden lassen. Am Samstag wuchs aber der Druck, zeitnah eine Entscheidung herbeizuführen.

(L.Svenson--DTZ)

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Spahn tritt wegen Leihmutter-Affäre zurück - Merz nennt Schritt "unvermeidlich"

Am Ende war der Druck zu groß: Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat wegen der Leihmutter-Affäre seinen Rücktritt erklärt. Sein "persönliches Glück" sei mit seinem politischen Amt nicht vereinbar, schrieb er am Samstag an die Fraktion. Er fügte an: "Meine Familie ist mir das Wichtigste." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nannte den Schritt "richtig" und "unvermeidlich". Viele Unionspolitiker zollten Spahn Respekt, andere bezeichneten den Rückzug als überfällig.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) als "richtig" und "unvermeidlich" bezeichnet. "Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut", teilte Merz in einer am Samstag verbreiteten Erklärung mit. Spahn war wegen seiner Entscheidung für eine Leihmutter unter Druck geraten - dieses Verfahren ist in Deutschland verboten.

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