Deutsche Tageszeitung - Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet - Iran droht den USA mit "unvergesslichen Lektionen"

Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet - Iran droht den USA mit "unvergesslichen Lektionen"


Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet - Iran droht den USA mit "unvergesslichen Lektionen"
Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet - Iran droht den USA mit "unvergesslichen Lektionen" / Foto: © US MARINE CORPS/AFP

Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg sind nach Angaben der USA zwei US-Soldaten getötet worden. Sie wurden am Freitag bei iranischen Raketen- und Drohnenangriffen in Jordanien getötet, wie das US-Regionalkommando Centcom am Samstag mitteilte. Ein weiterer US-Soldat wird demnach vermisst. Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, drohte den USA nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land mit "unvergesslichen Lektionen".

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Bei den iranischen Angriffen in Jordanien wurden nach Angaben der US-Armee außerdem vier ihrer Soldaten verletzt. Sie seien in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Die USA setzten ihrerseits die Attacken auf den Iran fort. In der Nacht zum Samstag starteten sie eine neue Angriffswelle. Nach Centcom-Angaben nahm die US-Armee dabei Überwachungsstandorte, militärische Logistikinfrastruktur, unterirdische Waffenlager und maritime Fähigkeiten ins Visier.

Iranische Medien meldeten Explosionen in mehreren Landesteilen, darunter in der zentraliranischen Stadt Jasd. Laut der Nachrichtenagentur Irna wurden in der südlichen Provinz Hormusgan drei Menschen bei US-Luftangriffen getötet. Der Iran warf den USA vor, zivile Infrastruktur angegriffen zu haben, darunter einen Flughafen, einen Bahnhof und zwei Brücken.

Die iranischen Streitkräfte griffen ihrerseits erneut mehrere mit den USA verbündete Golfstaaten an. Besonders schwere Folgen hatten die Angriffe in Kuwait: Bei der Attacke auf eine Ölanlage wurden nach Angaben des staatlichen Unternehmens Kuwait Petroleum Corporation mehrere Menschen verletzt und erhebliche Sachschäden angerichtet.

Getroffen wurde zudem erneut eine kuwaitische Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung. Der Angriff löste nach Angaben des Strom- und Wasserministeriums einen Brand aus, mehrere Produktionseinheiten wurden vorsorglich außer Betrieb genommen. Bereits am Freitag war eine ähnliche Anlage beschädigt worden.

Das kuwaitische Außenministerium warf dem Iran ein "systematisches feindseliges Vorgehen" gegen zivile Ziele und wichtige Infrastruktur vor.

In Bahrain erklärte die Armee, eine weitere iranische Angriffswelle abgewehrt zu haben. Nach Angaben der iranischen Armee galten die Angriffe dem von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt Issa im Süden Bahrains. Ziel seien Hangars, Abstellflächen und Treibstofflager des US-Militärs sowie mehrere Verbindungsbrücken gewesen.

In Jordanien griff der Iran nach eigenen Angaben Treibstofftanks auf dem US-Stützpunkt Al-Asrak an. Die jordanische Armee erklärte, zehn iranische Raketen abgeschossen zu haben.

In der Straße von Hormus hinderten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt. Zwei Öltanker seien zudem auf Minen aufgefahren, "explodiert" und in Brand geraten. Angaben zur Herkunft der Schiffe oder zu möglichen Opfern machte Teheran nicht. Das US-Regionalkommando Centcom wies die Angaben zu den Tankern zurück.

Der Golf-Kooperationsrat verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe in der Region. "Die Handlungen des Iran stellen eine äußerst gefährliche Eskalation dar, einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen sowie Kriegsverbrechen, die angesichts der gezielten Angriffe auf Infrastruktur und zivile Einrichtungen eine internationale Rechenschaftspflicht und strafrechtliche Verfolgung erfordern", erklärte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Dschasem Mohamed Albudaiwi.

Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei drohte den USA angesichts der anhaltenden Angriffe auf sein Land mit einer harten Gegenreaktion. "Nun, da der amerikanische Feind einen Krieg anzetteln will (...), sollte er wissen, dass die geliebte iranische Nation und die Achse des Widerstands ihm unvergessliche Lektionen zu bieten haben", hieß es in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung Chameneis.

Die Verstöße der USA gegen das mit Teheran vereinbarte Rahmenabkommen hätten "einmal mehr allen die Wertlosigkeit der Unterschrift" von US-Präsident Donald Trump vor Augen geführt, hieß es in der Erklärung weiter.

Chameneis Militärberater Mohsen Resai hatte schon vor der jüngsten US-Angriffswelle mit "großangelegten Offensiveinsätzen" gedroht, sollten die US-Angriffe noch zwei oder drei Tage andauern. Der Iran werde sich dann nicht mehr auf gleichartige Vergeltungsangriffe beschränken, sagte Resai am Freitag laut Staatsmedien.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel unterzeichnet, binnen 60 Tagen ein Friedensabkommen zu schließen. Trotz der erneuten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an, ein Durchbruch ist bislang aber nicht in Sicht.

(G.Khurtin--DTZ)

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