Deutsche Tageszeitung - Nach Tod zweier Soldaten: US-Militär will den Iran mit neuen Angriffen "bestrafen"

Nach Tod zweier Soldaten: US-Militär will den Iran mit neuen Angriffen "bestrafen"


Nach Tod zweier Soldaten: US-Militär will den Iran mit neuen Angriffen "bestrafen"
Nach Tod zweier Soldaten: US-Militär will den Iran mit neuen Angriffen "bestrafen" / Foto: © US MARINE CORPS/AFP

Um die iranischen Revolutionsgarden nach der Tötung zweier US-Soldaten in Jordanien zu "bestrafen", hat die US-Armee nach eigenen Angaben erneut Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Das Regionalkommando Centcom erklärte am Samstag (Ortszeit), mit den Attacken sollten zudem die Fähigkeiten des Iran weiter geschwächt werden, "die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen". Der Iran reagierte mit Angriffen auf zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait.

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Das US-Regionalkommando erklärte, zu den Zielen der jüngsten Angriffe gehörten Einheiten, die hinter dem iranischen Angriff in Jordanien mit den zwei getöteten US-Soldaten standen. Die iranischen Revolutionsgarden sollten "umgehend" bestraft werden, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Bei den zwei Getöteten handelte es sich um die ersten US-Soldaten, die seit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg getötet wurden. Die Zahl der US-Soldaten, die seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar getötet wurden, stieg damit auf 16.

Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim meldeten zeitgleich US-Angriffe auf den Ort Sirik, dessen Hafen an der Straße von Hormus liegt. In der Meerenge hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zuletzt vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt gehindert. Die Führung in Teheran hält die für die internationale Schifffahrt äußerst wichtige Meerenge wegen des Iran-Kriegs de facto geschlossen.

Die iranische Armee erklärte laut dem staatlichen Rundfunk, als Reaktion auf die jüngsten US-Attacken habe sie US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Demnach attackierten die Streitkräfte ein Munitionslager der US-Armee im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Schon zuvor hatte der Iran Ziele in Kuwait angegriffen.

Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hatte den USA am Freitag nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land in einer Erklärung mit "unvergesslichen Lektionen" gedroht. Die Verstöße der USA gegen das mit Teheran vereinbarte Rahmenabkommen hätten "einmal mehr allen die Wertlosigkeit der Unterschrift" von US-Präsident Donald Trump vor Augen geführt, hieß es weiter. Auch Trump hatte vor wenigen Tagen mit einer Ausweitung der Angriffe gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über ein endgültiges Ende des Krieges scheitern sollten.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel unterzeichnet, binnen 60 Tagen ein Friedensabkommen zu schließen. Trotz der erneuten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an, ein Durchbruch ist bislang nicht in Sicht. Der Krieg begann am 28. Februar mit Angriffen Israels und der USA auf den Iran. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel und US-Ziele - und auf mehrere Staaten in der Golfregion. Seit Anfang April galt eine brüchige Waffenruhe.

(V.Korablyov--DTZ)

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