Deutsche Tageszeitung - Nach Tötung von US-Soldaten: US-Armee attackiert Iran - Teheran greift Bahrain und Kuwait an

Nach Tötung von US-Soldaten: US-Armee attackiert Iran - Teheran greift Bahrain und Kuwait an


Nach Tötung von US-Soldaten: US-Armee attackiert Iran - Teheran greift Bahrain und Kuwait an
Nach Tötung von US-Soldaten: US-Armee attackiert Iran - Teheran greift Bahrain und Kuwait an / Foto: © ISNA/AFP

Der Tod zweier US-Soldaten bei iranischen Angriffen hat am Wochenende zu einer weiteren Eskalation des Krieges geführt. Die US-Armee griff nach eigenen Angaben Stützpunkte der für den tödlichen Angriff verantwortlichen Einheiten im Iran an. Außerdem attackierte das US-Militär demnach Stellungen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus bedroht worden sein sollen. Der Iran griff seinerseits erneut Ziele in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain an.

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Das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom erklärte, mit den neuen Angriffen sollten die iranischen Revolutionsgarden "umgehend" für den tödlichen Beschuss des US-Stützpunkts nahe Al-Asrak in Jordanien bestraft werden. Bei den beiden dort Getöteten handelte es sich um die ersten US-Soldaten, die im Zuge der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg starben.

Bei dem Angriff auf den Stützpunkt in Jordanien wurden zudem vier weitere Militärangehörige verletzt, wie Centcom im Onlinedienst X mitteile. Ein weiterer werde noch vermisst. Die Zahl der insgesamt getöteten US-Soldaten seit dem Kriegsbeginn Ende Februar stieg auf 16.

Die US-Armee griff nach Angaben aus Washington auch iranische Stützpunkte an, von denen aus die "kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus" bedroht worden sei. Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim bestätigten Angriffe auf den Ort Sirik, der an der Meerenge liegt. In der Nähe hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zuletzt vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der Durchfahrt gehindert.

Die iranische Armee erklärte laut dem staatlichen Rundfunk, als Reaktion auf die jüngsten US-Attacken habe sie US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Demnach attackierten die Streitkräfte ein Munitionslager der US-Armee im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Schon zuvor hatte der Iran Ziele in Kuwait angegriffen.

Kuwait berichtete seinerseits am Sonntag von iranischen Angriffen. Die Luftabwehr sei "damit beschäftigt, feindliche Raketen- und Drohnenattacken abzuwehren", erklärte die Armee. Hinter den Angriffen stecke "die verbrecherische Aggression des Iran". Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Luftalarm in Kuwait-Stadt.

Auch in Bahrain waren am Sonntag Sirenen zu hören. Die Bürger seien angewiesen worden, "Ruhe zu bewahren und den nächstgelegenen sicheren Ort aufzusuchen", teilte das Innenministerium mit. Am Samstag hatte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Dschasem Mohamed Albudaiwi, die iranischen Attacken als "schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht" verurteilt.

Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hatte den USA am Freitag mit "unvergesslichen Lektionen" gedroht. Er warf den USA Verstöße gegen mit dem Iran vereinbarte Rahmenabkommen vor. Diese Verstöße hätten "einmal mehr allen die Wertlosigkeit der Unterschrift" von US-Präsident Donald Trump vor Augen geführt, hieß es in einer schriftlichen Botschaft Chameneis.

Chameneis Militärberater Mohsen Resai drohte ebenfalls mit "großangelegten Offensiveinsätzen", sollten die US-Angriffe noch länger andauern. Der Iran werde sich in diesem Fall nicht mehr auf gleichartige Vergeltungsangriffe beschränken. Eine "entschlossene Reaktion" kündigte am Sonntag dem iranischen Staatsfernsehen zufolge auch Armeekommandeur Ali Abdollahi an.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel unterzeichnet, binnen 60 Tagen ein Friedensabkommen zu schließen. Trotz der erneuten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an, ein Durchbruch ist bislang aber nicht in Sicht.

Der Krieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel und US-Ziele sowie mehrere Staaten in der Golfregion. Seit Anfang April galt eine brüchige Waffenruhe.

(N.Loginovsky--DTZ)

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