Deutsche Tageszeitung - Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen

Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen


Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen
Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen / Foto: © AFP

Ungarns Regierungschef Peter Magyar will die Schach-Großmeisterin Judit Polgar als Präsidentin vorschlagen. "Unser Land braucht Einheit, Frieden und einen Präsidenten, auf den alle Ungarn stolz sein können", erklärte Magyar am Montag im Onlinedienst Facebook. Er werde sich am Montag mit Polgar treffen und sie fragen, ob sie bereit sei, das Amt bis zur Verabschiedung einer neuen Verfassung auszuüben.

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Polgar gilt als die größte Schachspielerin aller Zeiten. Sie war rund ein Vierteljahrhundert lang die Nummer eins der Frauen im Schach und ist bis heute die einzige Frau, die es unter die besten Zehn aller Kategorien weltweit geschafft hat. 2014 zog sie sich aus dem Schach-Wettkampfsport zurück.

Polgar hat kaum Verbindungen zu Parteien und genießt in Ungarn große Bekanntheit.

Das ungarische Parlament hatte in der vergangenen Woche eine Verfassungsänderung zur Absetzung von Präsident Tamas Sulyok verabschiedet. Sulyok ist ein Vertrauter des früheren Regierungschefs Viktor Orban. Sulyok kritisierte die Verfassungsänderung am Samstag zwar, sagte jedoch, er habe keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Sein letzter Tag als Staatsoberhaupt war am Sonntag.

Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer übernimmt das Amt vorübergehend, bis das Parlament innerhalb von 30 Tagen einen neuen Präsidenten wählt.

Magyars Tisza-Partei hatte bei der Parlamentswahl im April eine Zweidrittelmehrheit errungen und damit den seit 2010 regierenden Rechtsnationalisten Orban von der Macht verdrängt. Mit dieser Mehrheit kann Magyar Verfassungsänderungen durchsetzen.

Magyar wirft Sulyok verschiedene Vergehen im Zusammenhang mit der Amtsführung Orbans vor. Der Ministerpräsident bezeichnete Sulyok und andere hohe Staatsvertreter als "Marionetten" seines Vorgängers.

(P.Hansen--DTZ)

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