Deutsche Tageszeitung - Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Neu Delhi

Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Neu Delhi


Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Neu Delhi
Dutzende Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Neu Delhi / Foto: © AFP

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften hat es in der indischen Hauptstadt Neu Delhi laut Augenzeugen dutzende Verletzte auf beiden Seiten gegeben. Während die Polizei am Montag mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die zumeist jungen Menschen vorging, warfen die Demonstranten Steine auf die Beamten und kippten Polizeifahrzeuge um. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die kürzlich gegründete Kakerlaken-Partei, die Reformen im Bildungs- und Wirtschaftsbereich fordert.

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Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, wie sich tausende Protestierende vor dem Gebäude Jantar Mantar versammelten, um von dort aus zum nahe gelegenen Parlament zu ziehen. Wenig später feuerte die Polizei Tränengasgranaten auf die Menschen, die sich rennend in Sicherheit brachten. Die Polizei rief die Demonstranten dazu auf, "von rechtswidrigen oder gewalttätigen Handlungen abzusehen".

Die Regierung hatte die Kundgebung am Sonntag für illegal erklärt und zum Schutz des Parlaments und anderer öffentlicher Gebäude zahlreiche Sicherheitskräfte und Polizeibarrieren aufgefahren. Dennoch handelte es sich um die größte Demonstration in Neu Delhi seit fünf Jahren.

Die Teilnehmer, viele von ihnen Studenten, fordern den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan, nachdem unter anderem der Fragenkatalog für den Medizinertest an Universitäten vorab bekannt geworden worden war. Die Studenten mussten den Test deshalb wiederholen. Außerdem gab es technische Probleme mit einer Prüfung für Millionen Oberschüler.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die Kakerlaken-Partei, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk, der zur Unterstützung der jungen Menschen und der Kakerlaken-Partei in einen Hungerstreik getreten war, mit Gewalt in ein Krankenhaus gebracht worden war. Er kündigte am Montag an, den Hungerstreik wieder aufzunehmen, nachdem er gesehen habe, "mit welcher Brutalität mit friedlichen Studenten umgegangen wird".

"Unser Land verdient eine Regierung, die sich darum kümmert, was die jungen Menschen zu sagen haben, und bereit ist, ihre Fehler zu korrigieren", sagte der 18-jährige Demonstrant Sumit Kumar. "Die Zukunft gehört uns und nicht diesen Politikern", fügte er hinzu. "Wir wollen, dass die Regierung uns zuhört, nicht dass sie uns zum Schweigen bringt", sagte der 19-jährige Demonstrant K.M. Gulshan zu AFP.

Die im Mai gegründete Kakerlaken-Partei (Cockroach Janta Party; CJP) zählt inzwischen in Onlinenetzwerken zwei Millionen Follower. Der in den USA lebende Inder Abhijeet Dipke hatte sie gegründet, nachdem der Oberste Richter Surya Kant Berichten zufolge junge Menschen, die die Regierung kritisierten, während einer Anhörung als "Kakerlaken" und "Parasiten" bezeichnet hatte.

"Ist dies ein Kriegsgebiet? Warum greift die Polizei auf Tränengas zurück, um friedliche Demonstranten anzugreifen?", erklärte die CJP im Onlinedienst X. "Erst ignoriert eure Regierung einen Monat lang diesen Protest und jetzt, wenn wir friedlich demonstrieren, greift eure Regierung uns an. Warum?"

Die Protestbewegung gilt als die größte Herausforderung für den hindu-nationalistischen Premierminister Narendra Modi, seitdem er im Jahr 2024 für eine dritte Amtszeit gewählt wurde. Bei einem Auftritt im Parlament am Montag erwähnte er die Proteste nicht.

Oppositionsführer Rahul Gandhi von der Kongresspartei warf Modi dagegen vor, junge Menschen zum Schweigen bringen zu wollen. "Die Kriminellen, die die Prüfungsunterlagen weitergegeben haben, laufen frei herum, während Studenten, die berechtigte Anliegen vorbringen, herumgeschubst und geschlagen werden", schrieb er auf X.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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