Deutsche Tageszeitung - Frankreich: Le Pen hat Revision gegen ihre Verurteilung eingelegt

Frankreich: Le Pen hat Revision gegen ihre Verurteilung eingelegt


Frankreich: Le Pen hat Revision gegen ihre Verurteilung eingelegt
Frankreich: Le Pen hat Revision gegen ihre Verurteilung eingelegt / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat Revision gegen ihre Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern eingelegt. Die Kandidatin der Partei Rassemblement National (RN, früher Front National) für die Präsidentschaftswahl 2027 und weitere RN-Funktionäre gingen zwischen dem 7. und dem 17. Juli beim Kassationsgerichtshof in Revision, wie am Dienstag aus Justizkreisen verlautete.

Textgröße ändern:

Demnach wurde der Revisionsantrag von Marine Le Pen bereits am 15. Juli eingereicht. Der oberste Gerichtshof Frankreichs will vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 18. April 2027 über den Fall entscheiden. Die zuletzt verhängten Strafen sind bis zur Entscheidung des Kassationsgerichtshofs ausgesetzt.

Ein Pariser Berufungsgericht hatte Le Pen Anfang Juli wegen Veruntreuung von EU-Geldern zu drei Jahren Haft verurteilt, davon zwei auf Bewährung und eines in Form von Hausarrest, der durch eine elektronische Fußfessel überwacht werden soll. Zudem erließen die Richter ein 15-monatiges Verbot der Kandidatur für öffentliche Ämter - also ein deutlich milderes Urteil als im ersten Prozess, in dem die Rechtspopulistin im März 2025 zum Entzug des passiven Wahlrechts für fünf Jahre verurteilt worden war.

Dies hätte eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr unmöglich gemacht. Durch die Verkürzung auf 15 Monate ist dieser Teil der Strafe jedoch abgegolten, da die Zeit ab dem erstinstanzlichen Urteil vom März 2025 lief. Le Pen gab anschließend ihre Kandidatur für das höchste Staatsamt bekannt.

Am Dienstag wurden die Website und die Server des RN nach Angaben der Partei Ziel von Hackerangriffen. Auch das Konto von Marine Le Pen beim Onlinedienst X sei gehackt worden - dort erschien demnach eine Nachricht, die für eine Kryptowährung unter ihrem Namen warb. Die Staatsanwaltschaft in Paris kündigte die Einleitung einer Untersuchung an, die der Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität übertragen worden sei.

Die Partei sprach von einem "Versuch eines böswilligen Eindringens". Laut RN liegen jedoch keine Hinweise auf eine massenhafte Offenlegung von Daten vor. Die Website French Breaches, die nach eigenen Angaben Kontakt mit dem Hacker hatte, erklärte, persönliche Kontaktdaten, Sozialversicherungsnummern, Personalausweise und Reisepässe seien "kompromittiert" worden.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Organspende: Bundestagspräsidentin Klöckner will gegen Widerspruchslösung stimmen

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) will im Bundestag gegen die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende stimmen. Sie sei für die Organspende, aber "gegen die Einführung der Widerspruchslösung", sagte Klöckner nach Angaben vom Dienstag im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke Medien. "Es ist schon ein Unterschied, ob ich proaktiv aus freien Stücken zu etwas zustimme oder ob der Staat für mich erstmal eine Entscheidung trifft, generisch: Du bist erstmal Organspender."

Trump bestreitet Waffenangebot an China

US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dem chinesischen Staatschef Xi Jinping den Verkauf von US-Waffen angeboten zu haben. Trump wies am Montag Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück. Er habe mit Xi nicht über Rüstungsgeschäfte gesprochen, sagte der Präsident.

Putin ordnet weitere Aufstockung der russischen Armee an

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag ein Dekret unterzeichnet, das die Personalstärke der Armee um weitere 15.500 Soldaten erhöht. "Die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte wird auf 2.441.630 Menschen festgesetzt, darunter 1.550.500 Militärangehörige", hieß es in dem Dekret. Einen Grund nannte Putin nicht. Er hatte bereits im März, Juni und Juli eine Aufstockung der Armee verkündet.

USA: Keine Pläne für Waffenverkauf an China

Die USA halten nach Angaben aus Washington an ihrem langjährigen Waffenembargo gegen China fest. "Die US-Regierung hat keine Pläne, Waffen an China zu verkaufen", sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Er wies damit Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück.

Textgröße ändern: