Deutsche Tageszeitung - Marokko fordert Aufklärung nach Tod von Staatsbürger bei Polizeieinsatz in Italien

Marokko fordert Aufklärung nach Tod von Staatsbürger bei Polizeieinsatz in Italien


Marokko fordert Aufklärung nach Tod von Staatsbürger bei Polizeieinsatz in Italien
Marokko fordert Aufklärung nach Tod von Staatsbürger bei Polizeieinsatz in Italien / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Tod eines Marokkaners bei einem brutalen Polizeieinsatz in Italien hat die Regierung in Rabat schnellstmögliche Aufklärung gefordert. Der Tod des 42-jährigen Abderrahim Fakir müsse "vollständig aufgeklärt" werden, erklärte am Dienstagabend das marokkanische Außenministerium. Die Verantwortlichen müssten identifiziert und "die angemessenen rechtlichen Maßnahmen voll umgesetzt" werden.

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Fakir, der im Alter von fünf Jahren nach Italien gekommen war und gültige Papiere hatte, war in Bologna bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Videobildern zufolge wurde er von zwei Polizisten, die auf ihm saßen und ihn festhielten, über Minuten den Bauch nach unten auf den Boden gedrückt.

"Zu Hilfe, zu Hilfe! Es reicht!", rief der 42-Jährige den Aufnahmen zufolge, während Rettungssanitäter daneben standen und zusahen. Der Marokkaner blieb schließlich reglos mit dem Gesicht nach unten auf dem Asphalt liegen, während die Polizisten ihm Hände und Füße fesselten. Nach einer Weile drehten Sanitäter den Mann auf den Rücken und transportierten ihn ab.

Der Fall erinnert an den Tod des Schwarzen George Floyd in den USA, der ebenfalls von Polizisten auf den Boden gedrückt worden und bei dem brutalen Polizeieinsatz gestorben war. Der Fall wurde auch mit dem Vorgehen der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE verglichen. In Bologna kam es nach dem Tod von Fakir zu heftigen, teils gewaltsamen Protesten.

Gegen die zwei Polizisten und die vier Sanitäter wurden in Italien Ermittlungen eingeleitet. Es wurde auch eine Autopsie des Opfers angeordnet. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte am Dienstag eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse. Diese müsse "ohne Vorurteile und Gefälligkeiten wem auch immer gegenüber" erfolgen.

(L.Svenson--DTZ)

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