Deutsche Tageszeitung - Huthi-Rebellen warnen Schiffe im Roten Meer per Funkspruch vor Angriffen

Huthi-Rebellen warnen Schiffe im Roten Meer per Funkspruch vor Angriffen


Huthi-Rebellen warnen Schiffe im Roten Meer per Funkspruch vor Angriffen
Huthi-Rebellen warnen Schiffe im Roten Meer per Funkspruch vor Angriffen / Foto: © AFP

Nach der Straße von Hormus entwickelt sich die Meerenge von Bab-al-Mandab im Roten Meer zum neuen Krisenpunkt für Frachtschiffe: Die jemenitische Huthi-Miliz richteten per Funkspruch Warnungen an Schiffe in der Region, wie die Internationale Schifffahrtskammer (ICS) mitteilte. Die Huthis hatten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt.

Textgröße ändern:

Nach Informationen der auf maritime Sicherheit spezialisierten Firma Neptune P2P Group richteten sich die Warnungen explizit an saudiarabische Schiffe. "Wir warnen alle Schiffe, die dem saudischen Feind gehören, sich durch das Rote Meer und den Golf von Aden zu bewegen", lautete demnach der Funkspruch. "Falls diese Warnung ignoriert wird, werden wir diese Schiffe ins Visier nehmen", hieß es weiter.

Bislang wurde kein Schiff angegriffen. Allerdings änderten mindestens neun Frachter vorsorglich ihre Route. Drei davon hatten nach Angaben der Plattform Kpler Ölprodukte im saudiarabischen Hafen Yanbu geladen. Der Hafen hatte seit der Blockade der Straße von Hormus an Bedeutung gewonnen.

Mehrere Schiffe änderten nach Angaben der Website "Marinetraffic" ihre elektronischen Anzeigen und notierten dort etwa "bewaffneter Sicherheitsdienst an Bord", "von der indischen Regierung erwartet" oder "Eigentümer der Ladung ist China".

Zwischen 2021 und 2023 hatten täglich etwa 65 Schiffe die Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti passiert. Am Montag, als die Huthis die Blockade verkündeten, waren es 44 gewesen, am folgenden Tag nur noch 29.

US-Präsident Donald Trump hatte auf die angekündigte Blockade mit einer vagen Drohung reagiert. "Falls so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern", sagte er am Dienstag. "Wir sind schon früher gegen die Huthis vorgegangen, und wir haben seitdem nichts mehr von ihnen gehört."

Die Huthis begründeten ihre Drohungen gegen die Schiffe mit dem Angriff der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung auf den Flughafen von Sanaa. Diese hatte versucht, ein iranisches Flugzeug an der Landung zu hindern, in dem eine Huthi-Delegation auf dem Rückweg von der Trauerfeier für den obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, gewesen war. Die Huthis beschossen anschließend den Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen.

Es waren die schwersten Gefechte seit einer 2022 ausgehandelten Waffenruhe. Diese ist offiziell ausgelaufen, hatte bislang aber informell weiter Bestand. Der Bürgerkrieg im Jemen begann im Jahr 2014, er gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Während Teheran die Huthis unterstützt, die inzwischen weite Teile des Landes kontrollieren, stehen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hinter der jemenitischen Regierung.

Die US-Armee hat in der Vergangenheit wiederholt mutmaßliche Huthi-Stellungen im Jemen bombardiert, zuletzt im Mai 2025. Damals vermittelte der Oman eine Waffenruhe.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Behörden: Elf Tote bei israelischen Angriffen im Südlibanon

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien drei Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Es waren die folgenreichsten Angriffe seit der Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen dem Libanon und Israel im Juni. Die israelische Armee bezeichnete die Attacken als Reaktion auf Angriffe der Hisbollah auf israelische Soldaten im Südlibanon.

Textgröße ändern: