Deutsche Tageszeitung - Rechtsextremer israelischer Minister provoziert mit neuem Besuch auf Jerusalemer Tempelberg

Rechtsextremer israelischer Minister provoziert mit neuem Besuch auf Jerusalemer Tempelberg


Rechtsextremer israelischer Minister provoziert mit neuem Besuch auf Jerusalemer Tempelberg
Rechtsextremer israelischer Minister provoziert mit neuem Besuch auf Jerusalemer Tempelberg / Foto: © AFP

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir hat erneut mit einem Besuch auf dem für Juden wie Muslime heiligen Tempelberg in Jerusalem provoziert. Auf Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP waren am Donnerstag Ben-Gvir und hunderte weitere jüdische Gläubige auf dem Gelände zu sehen, darunter Siedler, die sich bereits in den frühen Morgenstunden dort eingefunden hatten, wo viele von ihnen beteten.

Textgröße ändern:

Der Besuch am Donnerstag fiel auf den jüdischen Trauertag Tischa Beaw. An diesem traditionellen Fastentag gedenken Juden der Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels.

Ben Gvir sorgte mit provozierenden Äußerungen erneut für Empörung. "Seht euch an, was hier geschieht: Juden beten und fühlen sich als die rechtmäßigen Eigentümer dieses Ortes", sagte der Chef der rechtsextremen Regierungspartei Otzma Jehudit (Jüdische Kraft) in einem auf dem Gelände aufgenommenen und im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Video.

Der Tempelberg in Jerusalem mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee steht im Mittelpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts. Jordanien verwaltet diese drittheiligste Stätte des Islam, Israel regelt jedoch den Zugang zum Tempelberg. Juden verehren den Tempelberg als Standort der beiden antiken Tempel als ihren heiligsten Ort.

Laut dem seit 1967 geltenden Status quo dürfen Juden das Gelände zwar besuchen, dort jedoch nicht beten. In den vergangenen Jahren hat Ben Gvir diese geltenden Regelungen wiederholt missachtet. Seine jüngster Besuch wurde unter anderem von Jordanien scharf kritisiert.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Trump droht Huthi-Miliz "bedeutende militärische Bestrafung" an

US-Präsident Donald Trump hat den Huthi-Rebellen im Jemen nach Angriffen auf saudiarabische Öltanker im Roten Meer militärische Gegenschläge angedroht. Trump schrieb am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social, er sei "sehr enttäuscht" über die mit dem Iran verbündete Miliz. Sollten die Huthis erneut Öltanker angreifen, werde ihnen und auch dem Iran eine "bedeutende militärische Bestrafung" auferlegt.

Unionsfraktion sieht Frei vor Herausforderungen bei Zusammenhalt der Koalition

Nach der Nominierung von Thorsten Frei (CDU) für das Amt des Unionsfraktionschefs werden von unterschiedlicher Seite Erwartungen an seine künftige Rolle für die Arbeit der Koalition geäußert. Der Vorsitzende von Freis baden-württembergischer CDU-Landesgruppe im Bundestag, Felix Schreiner, sieht den bisherigen Kanzleramtsminister vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Zurückhaltend äußerte sich am Donnerstag SPD-Fraktionsvize Armand Zorn.

Großbritannien zieht letztes diplomatisches Personal aus dem Iran ab

Vor dem Hintergrund der Eskalation im Iran-Krieg hat Großbritannien die noch verbliebenen diplomatischen Mitarbeiter aus dem Iran abgezogen. "Unsere Botschaft arbeitet weiter aus der Ferne", teilte das britische Außenministerium am Donnerstag in London mit. Großbritannien hatte wie andere EU-Staaten, Australien und Neuseeland bereits im Juni einen Teil seiner Botschaftsmitarbeiter aus dem Iran abgezogen.

Russland pocht gegenüber USA auf Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine - EU verhängt neue Sanktionen

Vor dem Hintergrund des andauernden Ukraine-Kriegs haben die Außenminister Russlands und der USA erstmals seit September 2025 direkt über ein mögliches Ende der Kämpfe gesprochen. Moskaus Chefdiplomat Sergej Lawrow warnte Washington bei dem Treffen in der philippinischen Hauptstadt Manila vor weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine, US-Außenminister Marco Rubio bestand aber auf den Verkäufen von Waffen über Nato-Verbündete nach dem sogenannten Purl-Mechanismus. Bei Angriffen auf die ukrainische Region Dnipropetrowsk und russisch kontrolliertes Gebiet wurden derweil insgesamt sieben Menschen getötet.

Textgröße ändern: