Deutsche Tageszeitung - Besuch in Großbritannien: Neuer Premier Burnham sagt Selenskyj Unterstützung zu

Besuch in Großbritannien: Neuer Premier Burnham sagt Selenskyj Unterstützung zu


Besuch in Großbritannien: Neuer Premier Burnham sagt Selenskyj Unterstützung zu
Besuch in Großbritannien: Neuer Premier Burnham sagt Selenskyj Unterstützung zu / Foto: © POOL/AFP

Der britische Premierminister Andy Burnham hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Großbritannien Unterstützung und neue Drohnentechnologie zugesagt. Burnham empfing Selenskyj am Montag an einem Marinestützpunkt im südenglischen Portsmouth, wo sie einen Flugzeugträger besuchten. Der ukrainische Präsident reist im Anschluss zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter.

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"Wir stehen zu hundert Prozent an der Seite der Ukraine. Ich persönlich stehe zu hundert Prozent an Ihrer Seite, Herr Präsident", sagte Burnham. Selenskyj war der erste ausländische Staatschef, den Burnham eine Woche nach seinem Amtsantritt empfing. Der ukrainische Präsident dankte dem Premier für ein "wichtiges Signal der Unterstützung" und erklärte, er habe Burnham in die Ukraine eingeladen.

Burnham und Selenskyj besuchten in Portsmouth den britischen Flugzeugträger "HMS Queen Elizabeth". Dort trafen sie britische und ukrainische Militärangehörige, die an der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte beteiligt sind. Rund 200 ukrainische Soldaten und Seeleute nahmen zuletzt in Großbritannien an Übungen zur Sicherheit auf See und zur Minenabwehr teil. Sie sollen die Truppen unter anderem auf einen Einsatz im Schwarzen Meer vorbereiten.

Großbritannien kündigte nun an, der Ukraine die Rechte an einer neuen Technik zur elektronischen Störung russischer Luftabwehrsysteme zu überlassen. Das an Drohnen befestigte Gerät mit dem Namen "Stone Cloak" soll deren Ortung und Bekämpfung erschweren. Tausende der Geräte wurden nach britischen Angaben bereits an die Ukraine geliefert.

"Es wird ihnen helfen, ihre Ziele zu treffen und ukrainische Leben zu retten", sagte Burnham. Die Zusammenarbeit zeige außerdem, "welche Innovationen unsere Industrien gemeinsam hervorbringen können". Selenskyj erklärte später, die Technologie werde "auf dem Schlachtfeld sicher nützlich sein".

Selenskyj hatte im Vorfeld des Großbritannien-Besuchs eine verstärkte Drohnen-Kooperation mit Großbritannien angekündigt. "Wir werden unsere gesamte Erfahrung mit Großbritannien teilen, und ich hoffe, Großbritannien wird das gleiche tun", sagte der Präsident in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem britischen Sender Sky News. Er wolle eine "sehr starke Drohnen-Vereinbarung" einschließlich des Baus einer Drohnenfabrik in Großbritannien.

Großbritannien ist ein wichtiger Unterstützer der Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Großbritannien dem attackierten Land nach britischen Regierungsangaben Hilfen in Höhe von umgerechnet 29 Milliarden Euro zukommen lassen. Davon waren rund 19 Milliarden Euro direkte Militärhilfe.

Burnham hatte im Vorfeld des Selenskyj-Besuchs erklärt, Russland dürfe am britischen Durchhaltewillen nicht zweifeln: London werde nicht nachlassen, bis ein "dauerhafter und gerechter Frieden für die Ukraine" erreicht sei. Der neue britische Premier hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am Montag vergangener Woche mit Selenskyj telefoniert.

Von Großbritannien aus wird Selenskyj in die USA weiterfliegen, wo er am Dienstag in Washington von Trump empfangen wird. Zudem wird erwartet, dass er an der Trauerfeier für den gestorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham teilnimmt, der als Unterstützer der Ukraine bekannt war.

Trump und Selenskyj haben ein schwieriges Verhältnis - unvergessen ist, wie der US-Präsident den ukrainischen Staatschef im vergangenen Jahr im Oval Office des Weißen Hauses vor laufenden Kameras demütigte. In den vergangenen Monaten hat es aber eine Annäherung gegeben. Beim Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli sagte Trump, die Ukraine dürfe US-Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot nachbauen. Die Ukraine braucht solche Systeme zur Abwehr ballistischer Raketen aus Russland.

(W.Budayev--DTZ)

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