Deutsche Tageszeitung - Neuer Verkehrsminister Bilger gegen Tempolimit - Neuer Tankrabatt zu teuer

Neuer Verkehrsminister Bilger gegen Tempolimit - Neuer Tankrabatt zu teuer


Neuer Verkehrsminister Bilger gegen Tempolimit - Neuer Tankrabatt zu teuer
Neuer Verkehrsminister Bilger gegen Tempolimit - Neuer Tankrabatt zu teuer / Foto: © AFP

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lehnt ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ab und hat dies für die Regierungszeit von Union und SPD ausgeschlossen. "Ich bin mir sicher, dass in dieser Legislaturperiode kein Tempolimit kommen wird", sagte Bilger am Donnerstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. Er persönlich sei nicht davon überzeugt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine gute Idee sei und auch die Koalition habe dazu keine entsprechenden Pläne.

Textgröße ändern:

"Ich halte nichts von einem generellen Tempolimit", sagte Bilger. "Wir haben in Deutschland die sichersten Autobahnen, wir haben weniger Verkehrstote als viele Länder in Europa, die Tempolimits haben." Ihm komme es auf die Sicherheit und den Fluss des Verkehrs an, betonte der CDU-Politiker. Telematikanlagen, die die Geschwindigkeit je nach Wetter- und Verkehrslage anpassten, seien dafür an vielen Autobahnstrecken bereits im Einsatz.

Trotz der aktuell hohen Spritpreise schloss Bilger einen neuen Tankrabatt aus; gezielte Entlastungen ließ er aber offen. Der Tankrabatt sei bewusst nur für zwei Monate beschlossen worden, denn er sei sehr teuer. "Deswegen sind wir uns einig in der Bundesregierung, dass wir dieses Instrument nicht noch einmal machen können", sagte Bilger RTL und ntv. Er sehe aber die Belastung von Pendlern, Bus- und Logistikunternehmen. Die dafür gebildete Taskforce des Bundestags werde sich die Situation daher weiter anschauen.

Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten seien weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen, sagte Bilger. Zu einem Spritpreisdeckel nach SPD-Vorstellungen äußerte sich Bilger zurückhaltend: "Wir müssen über realistische Maßnahmen sprechen." Die Debatte werde in der Koalition weiter geführt.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Ehemaliger türkischer Linksextremist in Stuttgart zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland ist ein ehemaliger türkischer Linksextremist aus dem baden-württembergischen Ulm zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts Stuttgart war der 43-Jährige zwischen Oktober 2016 und April 2017 Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungsfront (DHKP-C), wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU fällt in Umfrage weiter hinter AfD zurück

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fällt die CDU in einer neuen Umfrage weiter hinter die AfD zurück. In der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Mittel- und den Westdeutschen Rundfunk sowie die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle und die "Volksstimme" in Magdeburg liegt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stabil bei 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verliert im Vergleich zu einer Befragung vom Mai zwei Prozentpunkte und kommt auf 24 Prozent.

Niedersachsen: AfD-Kandidat darf in Landkreis Lüneburg nicht zu Landratswahl antreten

Im niedersächsischen Landkreis Lüneburg ist der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Stephan Bothe nicht als Kandidat für die dortige Landratswahl zugelassen worden. Bothes Kandidatur sei in einer Abstimmung des Kreiswahlausschusses mit sechs zu eins Stimmen abgelehnt worden, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Demnach gibt es Zweifel, dass der Landtagsabgeordnete jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinn des Grundgesetzes eintritt.

Linke für Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen - Union dagegen

Nach dem früheren Verfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier hat sich auch die Linke für eine Absenkung der Sperrklausel bei Bundestagswahlen ausgesprochen. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, Ina Latendorf, sagte der "Rheinischen Post" vom Donnerstag: "Es ist kritisch zu sehen, dass durch die Fünf-Prozent-Hürde viele Wählerstimmen am Ende unberücksichtigt bleiben." Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) lehnte eine Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde ab. "Wir sollten die Finger davonlassen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Textgröße ändern: