Deutsche Tageszeitung - Mehr als 1500 Migranten erreichen spanische Exklave Ceuta - Madrid entsendet Soldaten

Mehr als 1500 Migranten erreichen spanische Exklave Ceuta - Madrid entsendet Soldaten


Mehr als 1500 Migranten erreichen spanische Exklave Ceuta - Madrid entsendet Soldaten
Mehr als 1500 Migranten erreichen spanische Exklave Ceuta - Madrid entsendet Soldaten / Foto: © AFP

"Humanitärer und sozialer Notstand" in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika: Nach der Ankunft von mehr als 1500 Migranten binnen weniger Tage sind die Aufnahmeeinrichtungen in dem an Marokko grenzenden Gebiet überfüllt, wie Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte. Hunderte weitere Menschen gelangten am Donnerstag nach Ceuta, mindestens neun Menschen ertranken bei dem Versuch, bis zu der spanischen Exklave zu schwimmen. Die Regierung in Madrid kündigte die Entsendung von Soldaten an.

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Zahlreiche Menschen erreichten auch am Donnerstag von Marokko kommend Ceuta, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige schwammen durchs Meer und kamen am Strand an. Andere gelangten über einen Grenzübergang im Süden des gut 18 Quadratkilometer großen Gebiets nach Ceuta.

In den Straßen von Ceuta dankten die Menschen der spanischen Polizei. Einige riefen: "Auf Wiedersehen Marokko, hallo Spanien!" Die Sicherheitskräfte traten zurückhaltend auf. Einige Beamte versuchten, die Ankommenden in Richtung der örtlichen Aufnahmeeinrichtung zu leiten.

Auf marokkanischer Seite beobachtete ein AFP-Reporter hunderte Menschen, die sich an der Grenze zwischen der Stadt Fnideq und Ceuta versammelten. Einige von ihnen verwiesen auf Gerüchte, denenzufolge die Grenze zu Ceuta am Donnerstagmorgen geöffnet werden sollte.

"Wir befinden uns in einer Situation des totalen humanitären und sozialen Notstands" sagte Ceutas Präsident Vivas im Fernsehen. Schon in den vergangenen Tagen seien mehr als 1500 Menschen - überwiegend Männer und Jugendliche - angekommen, hatte Vivas am Mittwoch gesagt. Im Schnitt seien pro Tag 200 Menschen angekommen. Die Aufnahmezentren seien nicht mehr aufnahmefähig.

Am Donnerstag schrieb Vivas dann im Onlinedienst X: "Heute ist die Lage noch schlimmer: noch mehr Ankünfte, überlastete Einrichtungen und ein weiteres auf See verlorenes Leben." Am Abend erklärten die Behörden dann, neun Menschen seien im Meer ums Leben gekommen, als sie versuchten, Ceuta zu erreichen.

Für aktuelle Angaben zur Zahl der zuletzt nach Ceuta gekommenen Migranten waren die Behörden am Donnerstag vorerst nicht erreichbar. Es handelte sich um die größte Zahl seit 2021, als mehr als 10.000 Menschen die Grenze zu der Exklave stürmten.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez erklärte auf X, seine Regierung habe "alle notwendigen Mittel mobilisiert", um "eine sofortige Antwort auf die Situation in Ceuta zu geben". Das Innenministerium kündigte die Entsendung von Soldaten an, "um die Sicherheit in der Stadt Ceuta aufrechtzuerhalten".

Innenminister Fernando Grande-Marlaska will am Freitag nach Ceuta reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen und sich mit Behördenvertretern zu treffen. Die Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden bezeichnete er als "vorbildlich". Beide Länder würden "so bald wie möglich Maßnahmen" ergreifen, um die illegal nach Ceuta Gekommenen nach Marokko zu bringen.

Der spanische Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP sprach angesichts der Entwicklungen von einer "nationalen Sicherheitskrise". Der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Vox, Santiago Abascal, machte Regierungschef Sánchez auf X persönlich für die in Ceuta ankommenden Migranten verantwortlich.

Ceuta hat ebenso wie die spanische Exklave Melilla die einzige Landgrenze der EU mit Afrika. Die Gebiete sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen. Marokko ist für viele Migranten ein Transitland auf dem Weg nach Europa.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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