Deutsche Tageszeitung - "Politbarometer": Mehrheit findet Kabinettsumbildung gut - AfD weiter vorne

"Politbarometer": Mehrheit findet Kabinettsumbildung gut - AfD weiter vorne


"Politbarometer": Mehrheit findet Kabinettsumbildung gut - AfD weiter vorne
"Politbarometer": Mehrheit findet Kabinettsumbildung gut - AfD weiter vorne / Foto: © AFP/Archiv

Die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) durchgesetzte Neubesetzung von Spitzenämtern in der Bundesregierung stößt bei den Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich auf Zustimmung. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" befanden es 55 Prozent der Befragten für gut, dass in der Regierung einige Spitzenämter neu besetzt wurden. Unter den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme der AfD gab es dafür mehrheitliche Zustimmung. 31 Prozent der Befragten gaben an, sie fänden die personellen Umbesetzungen schlecht.

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Dass die Arbeit der Bundesregierung durch diese personellen Veränderungen eher besser wird, glauben aber lediglich 17 Prozent. 13 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus, die meisten (61 Prozent) erwarten keine großen Auswirkungen. Diese Einschätzung teilen alle Parteianhängergruppen mehrheitlich.

Kritisch wird das Vorgehen des Kanzlers beurteilt: 57 Prozent finden, dass Merz seine Sache bei diesem Personalwechsel eher schlecht gemacht hat, lediglich rund ein Fünftel (21 Prozent) urteilt positiv. Auch in der Unionsanhängerschaft überwiegt mit 43 Prozent leicht die Kritik. Als eher gut bewerteten hier nur 39 Prozent sein Vorgehen.

Vor diesem Hintergrund bleibt auch die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Bundesregierung und Bundeskanzler hoch: 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Regierung ihre Arbeit eher schlecht macht. Dass sie ihre Arbeit eher gut macht, sagten nur 28 Prozent. Mit 70 Prozent bezeichnen ähnlich viele die Leistungen von Kanzler Merz als eher schlecht (eher gut: 26 Prozent). Mehrheitlich Unterstützung für ihre Arbeit erhalten die Regierung und der Kanzler jeweils nur aus den Reihen der Unionsanhänger.

In der Sonntagsfrage gab es kaum Veränderungen zum letzten Politbarometer. Die AfD ist in der Politbarometer-Projektion nach wie vor stärkste Partei und konnte ihren Vorsprung leicht ausbauen. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 23 Prozent und die AfD leicht verbessert auf 28 Prozent (plus eins im Vergleich zum "Politbarometer" von Mitte Juli).

Die SPD würde erneut zwölf Prozent erzielen, die Grünen würden sich etwas verschlechtern und 13 Prozent (minus eins) erreichen. Die Linke erhielte zwölf Prozent (minus eins), die FDP vier Prozent (unverändert) und alle anderen Parteien kämen zusammen auf acht Prozent, darunter ist keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit.

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung von Spitzenpolitikern liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) weiter auf Platz eins. Er wird auf der Skala von plus fünf bis minus fünf mit einem Durchschnittswert von 1,5 beurteilt (letztes Politbarometer von Mitte Juli: 1,5). Es folgen der grünen-Politiker Cem Özdemir mit 0,9 (0,9) und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,1 (0,1).

Danach kommen – bereits im Negativbereich – SPD-Chef Lars Klingbeil mit minus 0,6 (minus 0,7), CSU-Chef Markus Söder ebenfalls mit minus 0,6 (minus 1,0), SPD-Chefin Bärbel Bas mit minus 0,8 (minus 0,9), Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek ebenso mit minus 0,8 (minus 0,7), Kanzler Merz mit minus 1,5 (minus 1,6) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit minus 1,6 (minus 1,8). Schlusslicht bleibt AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,4 (minus 2,5).

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ausgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 28. bis zum 30. Juli 2026 bei 1405 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Die statistische Fehlerquote wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

(P.Hansen--DTZ)

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