Deutsche Tageszeitung - Israelische Armee führt Sprengungen nahe eingenommener Burg Beaufort im Libanon aus

Israelische Armee führt Sprengungen nahe eingenommener Burg Beaufort im Libanon aus


Israelische Armee führt Sprengungen nahe eingenommener Burg Beaufort im Libanon aus
Israelische Armee führt Sprengungen nahe eingenommener Burg Beaufort im Libanon aus / Foto: © AFP

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Reihe von Sprengungen nahe der mittelalterlichen Kreuzfahrerburg Beaufort im Süden des Libanon ausgeführt. Mit rund 700 Tonnen Sprengstoff habe die Armee "Terror-Tunnel im Gebiet von Beaufort" zerstört, gaben der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag bekannt. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von "sehr starken Explosionen" nahe der Festung.

Textgröße ändern:

Netanjahu und Katz erklärten, die Sprengungen seien die Antwort auf einen "eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhevereinbarung" durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz am Mittwoch gewesen. Die israelische Armee hatte der Hisbollah vorgeworfen, die brüchige Waffenruhe mit einem Drohnenangriff auf ein israelisches Armeefahrzeug im Süden des Libanon verletzt zu haben. Die Miliz hat seit dem 20. Juni keinen Angriff auf Israel für sich beansprucht.

Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird.

Israels Armee hatte die auf einem Hügel gelegene Burg Beaufort Ende Mai im Rahmen ihrer Bodenoffensive im Süden des Libanon eingenommen. Im Juni gab die Armee bekannt, unter der Kreuzfahrerburg ein weitläufiges Tunnelsystem der Hisbollah aufgedeckt zu haben. Den Armeeangaben zufolge wurde das Tunnelsystem vom Iran finanziert und so konzipiert, dass es Hunderten Kämpfern Schutz bieten kann.

Israel hatte die Burg bereits während seiner Invasion im Libanon 1982 erobert - nach einem langwierigen Kampf mit palästinensischen Kämpfern, die sich in den Tunneln versteckten. Israel nutzte die Burg bis zu seinem Abzug im Jahr 2000 als wichtigen Beobachtungs- und Abhörposten.

In der vergangenen Woche hatte die Unesco die Kreuzfahrerburg im Eilverfahrens in die Welterbeliste aufgenommen. Der libanesische Kulturminister Ghassan Salamé sagte der Nachrichtenagentur AFP, er befürchte, dass die israelische Armee die Festung Beaufort "sprengen könnte". Er hoffe, dass der Schutz des Denkmals mit der Unesco-Entscheidung gestärkt werden könnte, fügte er hinzu.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

"Fundamentale Unterschiede": Keine Annäherung bei Treffen Wadephuls mit Lawrow

Es war das erste Treffen der Außenminister von Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren - doch eine Annäherung haben Johannes Wadephul (CDU) und Sergej Lawrow nicht erreicht. Bei dem Gespräch am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul in der ARD.

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Großbritannien: Fünf Festnahmen wegen Verdachts auf Vorbereitung einer "Terrortat"

Nach einem ernsten Vorfall in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes im Südwesten Englands hat die Polizei fünf Männer wegen des Verdachts der Vorbereitung einer "Terrortat" festgenommen. Die Anti-Terror-Polizei leite die Ermittlungen zu dem Vorfall an der Royal Air Force-Basis Fairford, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zuvor hatte sie angegeben, mehrere Männer seien wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz festgenommen worden.

JU-Chef Winkel will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen

Der Vorsitzende der Jungen Union und neue Vizechef der Unionsfraktion, Johannes Winkel (CDU), will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen. Winkel forderte im "Ronzheimer"-Podcast von Paul Ronzheimer, den Sozialstaat massiv zu reformieren. Dabei solle bei der Höhe der Sozialleistungen entscheidend sein, ob jemand bereits ins System eingezahlt habe oder nicht. Besonders betroffen wären demnach Migranten.

Textgröße ändern: