Deutsche Tageszeitung - Ceuta-Krise: SPD-Chef Klingbeil fordert Solidarität mit Spanien

Ceuta-Krise: SPD-Chef Klingbeil fordert Solidarität mit Spanien


Ceuta-Krise: SPD-Chef Klingbeil fordert Solidarität mit Spanien
Ceuta-Krise: SPD-Chef Klingbeil fordert Solidarität mit Spanien / Foto: © AFP

Nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta hat der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil Solidarität mit Spanien gefordert. Das in Nordafrika gelegene Ceuta sei "Ziel einer offenbar gesteuerten Migrationsbewegung" geworden, erklärte Klingbeil am Samstag in Berlin. Die Menschen seien instrumentalisiert worden "in dem Versuch, Europa zu spalten". Deshalb stehe "die Geschlossenheit Europas und die Solidarität mit Spanien jetzt an erster Stelle".

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Klingbeil lobte den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der "mit entschlossenem Handeln" dafür gesorgt habe, dass der allergrößte Teil der Menschen innerhalb kürzester Zeit wieder nach Marokko zurückgekehrt sei. Dies verdiene "Respekt und volle Solidarität".

Gerade in solchen Situationen dürfe "Europa sich nicht auseinander dividieren lassen", sondern müsse seine Außengrenzen "gemeinsam konsequent schützen", erklärte Klingbeil. Er forderte, genau zu klären, "was zu dieser Bewegung geführt hat und wer dafür verantwortlich war". Zudem verwies der SPD-Chef darauf, dass viele Kritiker Spaniens bewusst ignorierten, "dass von Ceuta aus keine Einreise ohne Grenzkontrollen auf das europäische Festland möglich ist".

Die Ankunft zehntausender Migranten in dem an Marokko angrenzendem Ceuta hatte einen Streit innerhalb der EU ausgelöst, für Dienstag wurde eine Sondersitzung der EU-Innenminister einberufen. Seit Wochenbeginn waren bis zu 60.000 Menschen von Marokko auf dem Land- oder Seeweg in das Gebiet gekommen, wie der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte. Mindestens 67 Migranten kamen nach Angaben der spanischen Regierung auf dem Weg nach Ceuta ums Leben. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kehrte mittlerweile "fast die Gesamtheit" der angekommenen Migranten nach Marokko zurück.

Was genau den Ansturm der Migranten auslöste, war vorerst unklar. Die marokkanischen Behörden gaben keine offizielle Erklärung dazu ab. Der spanische Ministerpräsident Sánchez machte von der "Schleusermafia" verbreitete Gerüchte über eine angeblich geöffnete Grenze für die Geschehnisse verantwortlich.

(L.Møller--DTZ)

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