Deutsche Tageszeitung - Jährliches Manöver: Taiwan probt für chinesischen Angriff

Jährliches Manöver: Taiwan probt für chinesischen Angriff


Jährliches Manöver: Taiwan probt für chinesischen Angriff
Jährliches Manöver: Taiwan probt für chinesischen Angriff / Foto: © AFP

In Taiwan probt die Armee mit einem jährlichen Militärmanöver den Fall eines möglichen Angriff Chinas auf den Inselstaat. Reservisten feuerten am Mittwoch auf das Wasser in der Straße von Taiwan, über die chinesische Soldaten nach Einschätzung der taiwanischen Armee angreifen könnten. Es ist die größte Übung des Jahres. Sie läuft bis Freitag kommender Woche und bezieht die Zivilbevölkerung mit ein.

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Panzer rollten am frühen Morgen durch die Stadt Taichung im Zentrum des Landes. Im Süden der Insel probten Marineschiffe und ein U-Boot ihre Manöver, auch Militärhubschrauber vom Typ Black Hawk sowie Drohnen waren im Einsatz. Taiwan hat in den vergangenen Jahren in selbst produzierte, flexiblere Waffen und Drohnen investiert, um sich gegen die zahlenmäßig deutlich überlegene chinesische Armee verteidigen zu können.

Die Übung "Han Kuang" müsse "näher an echten Kampfszenarien" sein, sagte ein hochrangiger Militärvertreter am Vorabend der Manöver. "So können unsere Einheiten ihre tatsächlichen Möglichkeiten testen, ohne wirklich einen Krieg zu erleben."

Auch die Zivilbevölkerung soll sich auf einen Angriff sowie auf Naturkatastrophen vorbereiten. Im Norden und im Zentrum des Landes werden Luftangriffe simuliert, während derer das Internet über Mobilfunk für eine halbe Stunde gedrosselt wird. Die Marine und die Küstenwache sollen außerdem üben, Lieferschiffe durch eine mögliche chinesische Blockade zu geleiten.

Das kommunistische China betrachtet den demokratisch regierten Inselstaat Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll. Peking hat den militärischen Druck in den vergangenen Jahren verstärkt; die chinesische Armee hielt mehrere große Militärmanöver rund um Taiwan ab. Taipeh weist Pekings Ansprüche zurück.

(V.Sørensen--DTZ)

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