Deutsche Tageszeitung - Jemen: 38 Soldaten bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an

Jemen: 38 Soldaten bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an


Jemen: 38 Soldaten bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an
Jemen: 38 Soldaten bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an / Foto: © AFP/Archiv

Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben von Medizinern mindestens 38 Soldaten getötet worden. Wie es weiter hieß, wurden mindestens 29 weitere Menschen verletzt. Es handelt sich um den folgenschwersten Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Huthis reklamierten die Angriffe für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an.

Textgröße ändern:

Die Angriffe richteten sich nach Angaben eines Militärvertreters gegen einen Stützpunkt im Gebiet Al-Ruwaik in der zentraljemenitischen Provinz Marib sowie gegen Lager in Al-Abr und Al-Wadiah in der Provinz Hadramaut nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Eine Rakete traf Soldaten während ihres Morgenappells in Al-Ruwaik. Dort gab es nach Militärangaben mindestens 45 Tote und Verletzte.

Huthi-Militärsprecher Jahja Saree sprach von einem "groß angelegten Einsatz gegen Ansammlungen feindlicher Truppen". Die Angriffe seien eine Reaktion auf eine angebliche Verstärkung des saudiarabischen Militärs. Die Miliz sei "bereit, jeder Eskalation entgegenzutreten".

Die Streitkräfte würden auf diese "Aggression zur angemessenen Zeit und am angemessenen Ort" reagieren, erklärte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung.

Die Angriffe waren nach Angaben des Militärvertreters die folgenschwersten zwischen beiden Seiten seit der 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, war aber im vergangenen Monat faktisch zusammengebrochen.

Auslöser der neuen Eskalation war der Mitte Juli erfolgte Versuch eines iranischen Flugzeugs, in Sanaa zu landen. Daraufhin griffen jemenitische Regierungskräfte die Landebahn des Flughafens an, danach griffen Huthis und Saudi-Arabien wiederholt gegenseitig Ziele an. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudiarabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker.

Die Huthis kämpfen seit 2014 gegen die Regierung und kontrollieren die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Die Regierung hält große Teile des Südens. Der Krieg hat hunderttausende Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Papst Leo XIV. feiert am Samstag riesige Messe in Paris

Am zweiten Tag seines Frankreich-Besuchs will Papst Leo XIV. am Samstag eine riesige Messe auf der Place de la Concorde in Paris feiern (15.00 Uhr). Die erwarteten 600.000 Teilnehmer werden sich von dem Platz über die gesamte Länge des Prachtboulevards Champs-Elysées und über den Triumphbogen hinaus verteilen. Dort wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut ist, nimmt üblicherweise der französische Präsident die Militärparade am Nationalfeiertag ab.

Wadephul hält Rede bei UN-Generaldebatte in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält am Samstag eine Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Wadephul tritt nach Angaben des Auswärtigen Amts in der ersten Tageshälfte vor die Delegierten in New York. Der Außenminister vertritt wie schon im Vorjahr Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz steht wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin innenpolitisch unter großem Druck und war deshalb nicht nach New York gereist.

Entscheidung über deutschen Olympiabewerber - München oder Köln mit Rhein und Ruhr

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am Samstag (09.00 Uhr) über den deutschen Bewerber für die Austragung der Olympischen Sommerspiele und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündet zusammen mit DOSB-Präsident Thomas Weikert, ob München oder die Region Köln/Rhein/Ruhr in Nordrhein-Westfalen zum Zug kommen. Ursprünglich bewarben sich vier Kandidaten um die Austragung.

Textgröße ändern: