58 Soldaten im Jemen bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an
Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben der Armee mindestens 58 Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Armeekreisen. Es handelt sich um den Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Huthis reklamierten die Attacke für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an.
Mediziner hatten die Zahl der Toten zuvor mit 38 beziffert und von 29 Verletzten gesprochen.
Die Angriffe richteten sich nach Angaben eines Militärvertreters gegen einen Stützpunkt im Gebiet Al-Ruwaik in der zentraljemenitischen Provinz Marib sowie gegen Lager in Al-Abr und Al-Wadiah in der Provinz Hadramaut nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Eine Rakete traf Soldaten während ihres Morgenappells in Al-Ruwaik.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree sprach von einem "groß angelegten Einsatz gegen Ansammlungen feindlicher Truppen". Die Angriffe seien eine Reaktion auf eine angebliche Verstärkung des saudiarabischen Militärs. Die Miliz sei "bereit, jeder Eskalation entgegenzutreten".
Die Streitkräfte würden auf diese "Aggression zur angemessenen Zeit und am angemessenen Ort" reagieren, erklärte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung.
Die Angriffe waren nach Angaben des Militärvertreters die folgenschwersten zwischen beiden Seiten seit der 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, war aber im vergangenen Monat faktisch zusammengebrochen.
Auslöser der neuen Eskalation war der Mitte Juli erfolgte Versuch eines iranischen Flugzeugs, in Sanaa zu landen. Daraufhin griffen jemenitische Regierungskräfte die Landebahn des Flughafens an, danach griffen Huthis und Saudi-Arabien wiederholt gegenseitig Ziele an. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudiarabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker.
Die Huthis kämpfen seit 2014 gegen die Regierung und kontrollieren die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Die Regierung hält große Teile des Südens. Der Krieg hat hunderttausende Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.
(P.Hansen--DTZ)