Deutsche Tageszeitung - US-Gericht setzt Bau von Trumps Ballsaal aus - Präsident kündigt Berufung an

US-Gericht setzt Bau von Trumps Ballsaal aus - Präsident kündigt Berufung an


US-Gericht setzt Bau von Trumps Ballsaal aus - Präsident kündigt Berufung an
US-Gericht setzt Bau von Trumps Ballsaal aus - Präsident kündigt Berufung an / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem umstrittenen Ballsaal-Projekt am Weißen Haus eine weitere juristische Niederlage hinnehmen müssen. Ein Bundesberufungsgericht bestätigte am Freitag die Ende März angeordnete Aussetzung der Bauarbeiten wegen der fehlenden Zustimmung des Kongresses. Trump kündigte daraufhin an, vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen.

Textgröße ändern:

Das Berufungsgericht des District of Columbia erklärte, der Baustopp habe "nichts" mit der Sinnhaftigkeit des Projekts selbst zu tun. Entscheidend sei vielmehr, dass Trump die Arbeiten ohne vorherige Zustimmung des Kongresses begonnen habe. Die Regierung habe "keine uneingeschränkte Befugnis", das Weiße Haus "neu zu gestalten, umzugestalten und umzubauen, um den persönlichen Wünschen eines Präsidenten gerecht zu werden".

Das Gericht gab der US-Regierung zwei Wochen Zeit, um gegebenenfalls den Obersten Gerichtshof anzurufen. Für den Ausbau des bereits bestehenden Präsidenten-Schutzraums unter dem früheren Ostflügel zum modernen Bunker bleibt der Weg dagegen frei.

Trump kündigte wenig später an, die Entscheidung "umgehend" vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. In seinem Onlinedienst Truth Social bezeichnete er das Urteil als "entsetzlich, politisch motiviert und rechtswidrig". Es widerspreche zudem dem nationalen Sicherheitsinteresse.

Der Ballsaal gilt als eines von Trumps Prestigeprojekten. Der Präsident hatte im Oktober vergangenen Jahres überraschend den gesamten historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen, um Platz dafür zu schaffen. Der mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lüstern geplante Saal soll Platz für 1000 Gäste bieten.

Unter dem früheren Ostflügel befindet sich der Schutzraum, der derzeit zu einem modernen Bunker ausgebaut wird. Über ihm soll der Ballsaal entstehen. Nach Trumps Angaben soll der neue Gebäudekomplex auch eine Plattform zur Abwehr von Drohnen aufnehmen. Ihm zufolge wird das Projekt durch private Spenden finanziert, das veranschlagte Budget beläuft sich inzwischen auf 400 Millionen Dollar (rund 346 Millionen Euro).

Nach Kritik einer vom Kongress beauftragten Denkmalschützer-Organisation hatte ein Bundesrichter die Arbeiten am Ballsaal Ende März gestoppt. Er entschied, dass dafür die Zustimmung des Kongresses erforderlich sei. Trump legte dagegen Berufung ein, scheiterte damit nun aber vor der nächsten Instanz.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

UN-Generaldebatte: Reden von Irans Präsident Peseschkian und Selenskyj erwartet

Bei den Vereinten Nationen in New York wird am Mittwoch die Generaldebatte der Staats- und Regierungschefs fortgesetzt (15.00 Uhr MESZ). Als Redner werden unter anderem der iranische Staatschef Massud Peseschkian erwartet sowie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Den Auftakt macht der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa.

Marokkaner wählen neues Parlament

Nach einem Wahlkampf mit den zentralen Themen Kaufkraft, Arbeit und soziale Ungleichheit wird in Marokko am Mittwoch ein neues Parlament gewählt. Nach der Wahl der 395 Mitglieder des Repräsentantenhauses kann die stärkste Partei den Regierungschef bestimmen, der von König Mohammed VI. ernannt wird. Der Monarch des nordafrikanischen Landes gibt in strategischen Bereichen den Kurs vor.

Trump gibt neue Gespräche zwischen USA und Iran bekannt - Witkoff "zuversichtlich"

Zwischen Zuckerbrot und Peitsche: US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Gesprächsanlauf mit dem Iran bekanntgegeben - nachdem er der Islamischen Republik zuvor erneut mit "Vernichtung" gedroht hatte. Trump sprach am Dienstag in New York von einem "sehr produktiven Treffen". In seiner Rede bei der UN-Generaldebatte hatte er gesagt, der Iran habe die Wahl zwischen "Größe" und "Auslöschung". Am Mittwochvormittag (Ortszeit) soll Irans Präsident Massud Peseschkian vor der UN-Vollversammlung sprechen.

Selenskyj: Kiew zu Ende von Angriffen auf Energieanlagen bereit - bei Zusage aus Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zu einem Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen bekräftigt - im Falle einer entsprechenden Zusage aus Moskau hinsichtlich ukrainischer Energieinfrastruktur. "Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit", falls Moskau zustimme, "unser Energiesystem nicht anzugreifen", sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

Textgröße ändern: