Deutsche Tageszeitung - Anschlag auf italienischen Journalisten: Mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen

Anschlag auf italienischen Journalisten: Mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen


Anschlag auf italienischen Journalisten: Mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen
Anschlag auf italienischen Journalisten: Mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen / Foto: © ANSA/AFP/Archiv

Zehn Monate nach dem Sprengstoffanschlag auf den bekannten italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Der Unternehmer Valter Lavitola stehe im Verdacht, der Auftraggeber des Anschlags zu sein, teilten die Carabinieri am Montag mit. Lavitola ist in Italien kein Unbekannter: Er war ein Vertrauter des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi und hatte wiederholt Probleme mit der Justiz.

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Im Fall Ranucci stellten die Behörden jetzt auch einen Haftbefehl gegen einen weiteren Verdächtigen aus. Tavares Gomes Clesio soll als Mittelsmann zwischen Lavitola und vier im Juni festgenommenen Männern gedient haben, die den Anschlag verübt haben sollen.

Bei dem Bombenanschlag gegen den seit Jahren von der Mafia bedrohten Journalisten Ranucci waren im Oktober zwei Autos sowie die Fassade seines Wohnhauses südlich von Rom beschädigt worden. Verletzt wurde niemand.

Ranucci moderiert das TV-Politikmagazin "Report" der öffentlichen Rundfunkanstalt Rai. In den vergangenen Jahren hatte dessen Redaktion immer wieder zu den unterschiedlichen italienischen Mafia-Organisationen recherchiert.

Gegen den jetzt festgenommenen Unternehmer Lavitola und gegen Berlusconi hatte die Staatsanwaltschaft im Jahr 2015 wegen Korruptionsvorwürfen Gefängnisstrafen gefordert. Berlusconi soll einem Senator Geld für dessen Stimme gezahlt haben, Lavitola soll das Geld persönlich übergeben haben.

Lavitola und einem weiteren Unternehmer war in der Vergangenheit auch zur Last gelegt worden, Berlusconi 2008 und 2009 mit Callgirls versorgt zu haben. Sie sollen dann mehr als 800.000 Euro von ihm erpresst haben, um die Justiz zu diesem Thema zu belügen. Lavitola floh damals für mehrere Monate nach Südamerika, wurde aber nach seiner Rückkehr nach Italien im April 2012 festgenommen.

Der Rechtspolitiker Berlusconi war zwischen 1994 und 2011 dreimal italienischer Ministerpräsident. In seiner langen Laufbahn machte der Politiker, Medienmogul und langjähriger Eigentümer des Fußballvereins AC Mailand auch durch eine Reihe von Skandalen Schlagzeilen. Er starb im Jahr 2023 an den Folgen von Leukämie.

(W.Uljanov--DTZ)

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