Deutsche Tageszeitung - Kosovo-Schutztruppe KFOR will Präsenz an Schlüsselpositionen zurückfahren

Kosovo-Schutztruppe KFOR will Präsenz an Schlüsselpositionen zurückfahren


Kosovo-Schutztruppe KFOR will Präsenz an Schlüsselpositionen zurückfahren
Kosovo-Schutztruppe KFOR will Präsenz an Schlüsselpositionen zurückfahren / Foto: © AFP/Archiv

Die Nato-Schutztruppe für das Kosovo hat angekündigt, erstmals seit Beginn der KFOR-Mission die Präsenz an zwei Schlüsselpositionen zurückzufahren. Zur Begründung führte die KFOR am Montag in einer Mitteilung unter anderem die "verbesserte Sicherheitssituation" am serbischen Kloster Visoki Decani an. Fortan sollten kosovarische Polizisten in die dortige "Sicherheitsarchitektur" integriert werden, hieß es. Bei der ständigen Truppenpräsenz an einer Brücke in der zwischen Serben und Kosovo-Albanern geteilten Stadt Mitrovica solle demnach "mit einem Übergang begonnen" werden.

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Die Nato-Mission im Kosovo läuft seit 1999. Ziel ist, es ein sicheres Umfeld für den Aufbau einer zivilen Friedensordnung zu schaffen und zu erhalten sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren. 2023 war das KFOR-Kontingent nach gewalttätigen Zwischenfällen mit paramilitärischen serbischen Separatisten um 1000 Soldatinnen und Soldaten verstärkt worden.

Das Nato-Kontingent umfasst nach Angaben vom April rund 4600 Soldatinnen und Soldaten. Die Bundeswehr beteiligt sich derzeit mit rund 300 Soldatinnen und Soldaten an der Mission. Im Juni kündigte die Nato bereits an, angesichts der "allgemein stabilen" Sicherheitslage im Kosovo ihre Stärke im Laufe des nächsten Jahres schrittweise anzupassen.

Das aus dem 14. Jahrhundert stammende und zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Kloster Visoki Decani soll den Angaben zufolge weiter 24 Stunden am Tag unter Bewachung der Nato stehen. Der Ort ist vielen Serben heilig. In der Vergangenheit waren serbische Stätten im Kosovo von Extremisten angegriffen worden. "KFOR bleibt die erste Anlaufstelle für die Sicherheit von Visoki Decani", hieß es in der Mitteilung der Schutztruppe.

Die Brücke in Mitrovica gilt als Symbol für die ethnische Teilung der Stadt. Sie wird seit 27 Jahren von der KFOR bewacht und war wiederholt Schauplatz von Auseinandersetzungen. Laut KFOR soll der Truppenrückzug "schrittweise erfolgen, je nach den Bedingungen vor Ort". Örtlichen Medienberichten zufolge waren ein seit Jahren von italienischen Carabinieri besetzter Posten und ein Zelt auf der größtenteils von Serben bewohnten Nordseite der Stadt am Montag verschwunden. Auf der Südseite der Brücke waren demnach aber weiterhin Carabinieri stationiert.

Die größte serbische Partei des Kosovo kritisierte den Rückzug von der Brücke und forderte Gespräche mit der KFOR, um die Präsenz zu erhalten.

Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, was Belgrad bis heute nicht anerkennt.

(V.Sørensen--DTZ)

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