Deutsche Tageszeitung - Ex-Mossad-Chef: Israelische Agenten waren mehrmals in iranischer Atomanlage Fordo

Ex-Mossad-Chef: Israelische Agenten waren mehrmals in iranischer Atomanlage Fordo


Ex-Mossad-Chef: Israelische Agenten waren mehrmals in iranischer Atomanlage Fordo
Ex-Mossad-Chef: Israelische Agenten waren mehrmals in iranischer Atomanlage Fordo / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Israelische Spione haben dem früheren Mossad-Chef Yossi Cohen zufolge bereits mehrfach die iranische Atomanlage in Fordo aufgesucht. "Wir haben Fordo viele Male in Augenschein genommen, um den Komplex besser zu durchblicken", sagte Cohen israelischen Medien zufolge am Dienstag. Genauere Angaben zu den Begutachtungen machte er nicht. Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021.

Textgröße ändern:

Den Medienberichten zufolge sagte Cohen weiter, die Bombardierung der Anlage sei "die Erfüllung all meiner Träume" gewesen. Die US-Armee hatte den Komplex nach Angaben von US-Präsident Donald Trump im Juni 2025 attackiert und dabei "vollständig zerstört". Der wirkliche Umfang der Schäden blieb damals aber unklar.

In Fordo rund 150 Kilometer südlich der iranischen Hauptstadt Teheran wurde Uran in Zentrifugen angereichert. Während der Iran beteuert, sein Atomprogramm ausschließlich zur zivilen Nutzung zu betreiben, werfen ihm westliche Staaten seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Vorwürfen waren ein Grund für den Iran-Krieg, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begann.

Während Cohens Amtszeit als Mossad-Chef war 2020 im Iran der Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh getötet worden. 2024 wurden drei Männer wegen des Mordes an ihm zum Tode verurteilt. Der iranischen Justiz zufolge handelten sie im Auftrag Israels.

Cohen ist nach dem Ende seiner Amtszeit immer wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Er hat mehrfach angedeutet, in die Politik gehen zu wollen - dazu ist es bislang aber nicht gekommen.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ"

Die "GenZ" will für ihre Belange auf die Straßen gehen, die Sicherheitsbehörden warnen vor Unterwanderung: Vor den bundesweit geplanten Jugendprotesten ist eine Debatte über eine mögliche Vereinnahmung durch Extremisten entbrannt. Die Bildungsgewerkschaft GEW warnte am Mittwoch, dass "pauschale Warnungen" von den berechtigten Anliegen der jungen Menschen ablenkten. Ähnlich äußerte sich die Grüne Jugend. Der Verfassungsschutz warnte dagegen vor möglichen Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich.

Brasilianischer Wahlverlierer Flávio Bolsonaro in Miami gelandet

Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro ist in den USA gelandet. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte Bolsonaro die Ausreise eigentlich untersagt, die Justiz ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche.

"Unprofessionell": Grüne und Linke kritisieren Merz' Kurs bei Steinmeier-Nachfolge

Grüne und Linke haben scharfe Kritik am anhaltenden Schweigen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Besetzung des Bundespräsidentenamts geübt. "Der Umgang der Union mit dem höchsten Amt im Staat ist ein weiteres Beispiel an fehlender Planung und Unprofessionalität", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Ich erwarte von der Union und von Friedrich Merz einen Vorschlag für eine Frau, die bundesweite Bekanntheit und Anerkennung besitzt."

Parlamentswahl in Israel: Kein klarer Weg zur Regierungsbildung

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich noch kein klarer Weg zu einer Regierungsbildung ab. Nach Auszählung von 77,6 Prozent aller Stimmzettel kommt der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 54 der 120 Sitze im Parlament, wie die Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Demnach kommt das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot auf 49 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 17. Der Chef der arabischen Vereinigten Liste rief zu einer "jüdisch-arabischen Partnerschaft" gegen Netanjahu auf.

Textgröße ändern: