Deutsche Tageszeitung - Seoul: Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab


Seoul: Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab
Seoul: Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab / Foto: © JIJI Press/AFP

Wenige Tage von einem gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas hat Nordkorea nach Angaben aus Seoul eine ballistische Rakete abgefeuert. Die nordkoreanische Rakete sei in Richtung Japan geschossen worden und habe über dem Meer eine Strecke von mehr als 700 Kilometern zurückgelegt, erklärte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Mittwoch. Die japanische Regierung kritisierte den Vorfall als "Bedrohung für Frieden und Sicherheit".

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"Unser Militär hat gegen 06.00 Uhr den Start einer ballistischen Rakete durch Nordkorea aus dem Gebiet Wonsan in Richtung des Ostmeeres registriert", erklärte der südkoreanische Generalstab. Er nutzte dabei die koreanische Bezeichnung für das Japanische Meer. "Unsere Armee hat ihre Wachsamkeit und die Überwachung im Hinblick auf mögliche weitere Starts verstärkt." Zudem wurde der Nationale Sicherheitsrat zu einer Krisensitzung einberufen.

Der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi kritisierte den Raketenstart als "Bedrohung für Frieden und Sicherheit in unserer Region". Seine Regierung habe über diplomatische Kanäle in Peking "scharfen Protest" bei Nordkorea eingelegt.

Der Raketenstart des kommunistischen Landes erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Beginn umfangreicher gemeinsamer Militärübungen der USA und Südkoreas. Das auf elf Tage angesetzte Manöver mit tausenden Soldaten der USA und Südkoreas soll am Montag starten und dient offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen die Atommacht Nordkorea.

An dem Manöver "Ulchi Freedom Shield" sollen 18.000 südkoreanische Soldaten sowie Einsatzkräfte aus dem im Land stationierten US-Kontingent von 28.500 Soldaten teilnehmen. Die Übungen sollten die Teilnehmer auf einen möglichen Kampf gegen nordkoreanische Truppen vorbereiten, die durch Einsätze in Europa kampferprobt seien, hatte am Montag ein Manöver-Sprecher mit Blick auf den Einsatz nordkoreanischer Soldaten in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gesagt. "Unsere Übungen tragen dieser Bedrohung Rechnung", fügte Ryan Donald vom US-südkoreanischen Streitkräftekommando hinzu.

Nordkorea kritisiert die regelmäßigen Übungen der Truppen Washingtons und Seouls als Vorbereitung auf eine Invasion in das kommunistische Land. Der international isolierte Staat hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Raketentests im Umfeld der US-südkoreanischen Übungen ausgeführt.

"Nordkorea hat noch nie ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas und der USA einfach ohne Reaktion verstreichen lassen", sagte der Nordkorea-Experte Lim Eul Chul von der Kyungnam-Universität in Südkorea. "Dies ist ein Signal dafür, dass Pjöngjang das bevorstehende Manöver genau beobachtet und eine Provokation inszenieren könnte, sollte es dies für notwendig erachten."

Der Raketentest erfolgte zudem nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung von rund 40 Ländern, die vor den Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen warnten. Durch solche Tests würden Frieden und Sicherheit bedroht, hieß es in der Erklärung von Staaten aus dem europäischen und dem indopazifischen Raum, darunter die USA.

"Die Durchführung von Tests atomwaffenfähiger ballistischer Raketen ohne ausreichende Vorankündigung und detaillierte Angaben ist gefährlich und beeinträchtigt Frieden und Sicherheit der betroffenen Staaten in der Nähe dieser Tests", erklärten die Unterzeichnerstaaten. "Dies erhöht das Risiko von Fehleinschätzungen, untergräbt die globale Stabilität und Sicherheit und ist unvereinbar mit der Verantwortung, die mit dem Besitz von Langstreckenraketen-Kapazitäten einhergeht." Vor einem Monat hatte China eine atomwaffenfähige ballistische Rakete gestartet.

(W.Uljanov--DTZ)

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