Deutsche Tageszeitung - Wahlbehörde: Rechtspopulist Farage schlägt Spaßkandidaten in Nachwahl in England

Wahlbehörde: Rechtspopulist Farage schlägt Spaßkandidaten in Nachwahl in England


Wahlbehörde: Rechtspopulist Farage schlägt Spaßkandidaten in Nachwahl in England
Wahlbehörde: Rechtspopulist Farage schlägt Spaßkandidaten in Nachwahl in England / Foto: © AFP

Der britische Rechtspopulist Nigel Farage hat die Parlaments-Nachwahl im Osten Englands gegen den Spaßkandidaten "Count Binface" (Graf Mülltonnengesicht) gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen konnte Farage, der der Bekanntgabe des Ergebnisses fernblieb, 22.239 Stimmen auf sich verzeichnen, wie die Wahlbehörde am Freitag bekanntgab. Der zweitplatzierte "Count Binface" übertraf demnach jedoch die Erwartungen und erzielte 9455 Stimmen.

Textgröße ändern:

Die Wahlbeteiligung bei der Nachwahl in Clacton-on-Sea lag der Wahlbehörde zufolge bei 44 Prozent und damit niedriger als bei der regulären Wahl 2024. Die niedrigere Wahlbeteiligung ist bei einer Nachwahl nicht unüblich.

Farage war gegen eine Reihe von unabhängigen Bewerbern angetreten, unter ihnen "Count Binface". Die etablierten politischen Parteien hatten die Wahl am Donnerstag boykottiert, die sie als PR-Gag bezeichneten. Sie warfen Farage vor, er wolle sich einer Überprüfung seiner Finanzen entziehen.

Nötig geworden war die Nachwahl wegen Farages Niederlegung seines Abgeordnetenmandats. Farage sieht sich mit Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Mit seinem Rücktritt ruhten die parlamentsinternen Ermittlungen gegen ihn bis nach der Nachwahl.

Farage hatte eine "Verleumdungskampagne" angeprangert und am 7. Juli seinen Rücktritt erklärt. Die Nachwahl stellte er unter das Motto "Volk gegen Establishment", die Menschen in dem Wahlkreis sollten "Richter" über seine Handlungen sein. Er erklärte sich vor einer Gruppe von Anhängern bereits vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses zum Sieger.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien ab - Aufenthaltsort unklar

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat sich der Rechtspopulist Flávio Bolsonaro trotz eines richterlichen Ausreiseverbots ins Ausland abgesetzt. Über seinen Aufenthaltsort herrschte am Mittwoch jedoch Unklarheit: Nach argentinischen Angaben reiste er über Argentinien nach Ecuador. Laut der Website FlightAware war sein Flugzeug auf dem Weg nach Miami. Zuvor hatten US-Medien berichtet, der unterlegene Präsidentschaftskandidat sei in den USA eingetroffen. Die USA erklärten sich zur Aufnahme Bolsonaros bereit und wollten ihm und seiner Familie Visa ausstellen.

Merz: Deutschland wird Rüstungskooperation mit Japan verstärken - Kampfjetbau ausloten

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Merz nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Randalierer sollen für Schäden zahlen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sollen Randalierer und Mitläufer künftig für die entstandenen Schäden aufkommen. Der mehrheitlich rechte Senat verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nacht zu Mittwoch mit 229 zu 105 Stimmen. Für das Begleichen der Kosten sollen auch Sozialleistungen herangezogen werden können.

Ukrainischer Präsident Selenskyj wird in Hessen mit Medaille geehrt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Hessen mit der höchsten Auszeichnung des Landes geehrt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Selenskyj am Mittwoch in Wiesbaden als "eine der herausragenden internationalen politischen Persönlichkeiten der Gegenwart". Die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille ist für den 1. Dezember geplant.

Textgröße ändern: