Deutsche Tageszeitung - Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan


Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan
Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan / Foto: © AFP

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben den fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in der Hauptstadt Kabul mit zahlreichen Flaggen und Konvois von Militärfahrzeugen gefeiert. Hunderte Menschen versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft, Männer und Kinder schwenkten unter den Augen von Sicherheitskräften die weißen Flaggen der Taliban-Regierung, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Textgröße ändern:

Männer mit weißen oder roten Stirnbändern fuhren auf Dutzenden mit Flaggen dekorierten Fahrzeugen und Motorrädern um den Platz, während Sicherheitskräfte mit AK-47-Sturmgewehren in der Menge standen. Militärhubschrauber überflogen die Hauptstadt. Religiöse und patriotische Musik wurde abgespielt. Auch einige von ausländischen Streitkräften zurückgelassenen Fahrzeuge wurden im Konvoi durch die Stadt gefahren.

Der Sprecher der Taliban-Regierung in Kabul, Sabihullah Mudschahid, erklärte, der Tag der Machtübernahme werde "mit goldenen Zeilen in der Geschichte Afghanistans geschrieben werden". Auf neuen Wandbildern in Kabul war AFP-Reportern zufolge zu lesen: "Unabhängigkeit ist ein Zeichen von Würde, Stolz und Identität."

Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die radikalislamischen Taliban am 15. August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und ein islamisches Emirat ausgerufen. Seither setzen sie ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch. Frauen treffen diese besonders hart: Sie müssen sich außerhalb des Hauses nahezu vollständig verhüllen und haben keinen Zugang zu zahlreichen öffentlichen Orten. Mädchen dürfen nur bis zum Alter von zwölf Jahren zur Schule gehen.

Später am Samstag wollten die Taliban-Behörden ein Cricketspiel und weitere Sportveranstaltungen ausrichten, von denen Mädchen und Frauen ausgeschlossen sind. Eine 23-jährige Afghanin sagte AFP unter der Bedingung der Anonymität, sie verspüre ein "tiefes Gefühl des Erstickens" in ihrem Heimatland. Sie fügte hinzu: "Die fünf Jahre waren so zermürbend, dass ich mich wie eine 500 Jahre alte Frau fühle, eine, die nicht sterben kann."

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien ab - Aufenthaltsort unklar

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat sich der Rechtspopulist Flávio Bolsonaro trotz eines richterlichen Ausreiseverbots ins Ausland abgesetzt. Über seinen Aufenthaltsort herrschte am Mittwoch jedoch Unklarheit: Nach argentinischen Angaben reiste er über Argentinien nach Ecuador. Laut der Website FlightAware war sein Flugzeug auf dem Weg nach Miami. Zuvor hatten US-Medien berichtet, der unterlegene Präsidentschaftskandidat sei in den USA eingetroffen. Die USA erklärten sich zur Aufnahme Bolsonaros bereit und wollten ihm und seiner Familie Visa ausstellen.

Merz: Deutschland wird Rüstungskooperation mit Japan verstärken - Kampfjetbau ausloten

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Merz nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Randalierer sollen für Schäden zahlen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sollen Randalierer und Mitläufer künftig für die entstandenen Schäden aufkommen. Der mehrheitlich rechte Senat verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nacht zu Mittwoch mit 229 zu 105 Stimmen. Für das Begleichen der Kosten sollen auch Sozialleistungen herangezogen werden können.

Ukrainischer Präsident Selenskyj wird in Hessen mit Medaille geehrt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Hessen mit der höchsten Auszeichnung des Landes geehrt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Selenskyj am Mittwoch in Wiesbaden als "eine der herausragenden internationalen politischen Persönlichkeiten der Gegenwart". Die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille ist für den 1. Dezember geplant.

Textgröße ändern: